Zuckerbranche bereit zu Preissenkung

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Die Zuckerbranche und das Europäische Parlament (EP) sind bereit, sich auf Preissenkungen im Rahmen der EU-Zuckermarktreform einzulassen. Auf einer Anhörung im EP am Dienstag in Brüssel erklärte Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), Bonn, eine Preiskürzung von 20 Prozent könnte akzeptiert werden. Die EU-Kommission hatte in ihrer Mitteilung vom Juli 2004 eine Preissenkung von 33 Prozent vorgeschlagen, was Gebhard als übertrieben ansieht. "Wir werden konstruktiv an den Reformmaßnahmen mitarbeiten", betonte er in Brüssel. Auskömmliche Preise für die Erzeuger müssten durch einen ausreichenden Außenschutz abgesichert werden. Die vorgeschlagene private Lagerhaltung reiche dazu jedenfalls nicht aus, meinte der Branchenvertreter.

Die Rübenproduzenten sollten einen Ausgleich für die tatsächlichen Verluste bekommen, das heißt, nicht nur für die Preissenkung, sondern auch für ihre verminderten Produktionsrechte. Die europäische Zuckerquote solle auf rund 16,0 Mio. t in der EU-25 gekürzt werden. Dies entspreche der Eigenversorgung in der EU mit Zucker. Die Kommission hatte einen Rückgang der Quote von heute 17,4 Mio. t Zucker auf 14,6 Mio. t vorgeschlagen. Keinesfalls sollte sich die notwendige Kürzung auf die B-Quote konzentrieren, entgegnete Gebhard einem britischen Abgeordneten. Schließlich dürften gewachsene Strukturen nicht zerstört und der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Regionen nicht gebremst werden, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. (Mö)

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