Wie lz.net berichtet nimmt das auf Kartellschadensfälle spezialisierte belgische Unternehmen Cartell Damage Claims (CDC) die drei Zuckerhersteller ins Visier: Für 63 Handels- und Konsumgüterunternehmen hat die Klagegesellschaft jetzt eine Schadenersatzklage beim Landgericht (LG) Hannover gegen die Zuckerkartellanten eingereicht.

CDC macht demnach Schadenersatzforderungen von direkten und mittelbaren Zuckerabnehmern des Kartells geltend. Eine konkrete Klagesumme habe man noch nicht beziffert, zunächst gehe es vor dem LG Hannover darum, die Verantwortlichkeit der Zuckerhersteller gerichtlich zu klären.

Nach Informationen von lz.net akquirierte die Klagegesellschaften seit Monaten bei namhaften Handelsunternehmen und Herstellern, um sich Ansprüche abtreten zu lassen und mit den Zuckerkartellanten in Vergleichsverhandlungen zu treten. Das Geschäftsmodell von CDC ist in Deutschland durch das Verfahren im sogenannten Zementkartell bekannt.

Die Zahl der Unternehmen, die Schadenersatzansprüche gegen die drei Zuckerhersteller geltend machen, dürfte mit der neuen Klage nach Einschätzung von lz.net auf eine dreistellige Summe angewachsen sein. Nach LZ-Informationen klagen mehr als 35 Kunden des Zuckerkartells auf Schadenersatz in Höhe von mehr als 500 Mio. Euro. Gegen die Nordzucker AG, Südzucker AG und Pfeifer & Langen verhängte das Bundeskartellamt im Jahr 2014 Geldbußen in Höhe von insgesamt 280 Mio. € wegen illegaler Absprachen. (az)
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