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Nur rund ein Viertel der AKP-Länder wären von einer Liberalisierung der EU-Zuckermarktordnung tatsächlich betroffen. Dies legen verschiedene, von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) veröffentlichte Länderstudien nahe, teilte das Infozentrum Zuckerverwender, Bonn, mit. Nur 19 von insgesamt 77 AKP-Staaten gehören dem Zuckerprotokoll an. Von diesen 19 profitierten wiederum nur fünf Länder überproportional vom Zuckerexport in die EU: Mauritius, Fidschi, Guyana, Jamaika und Swasiland.

Die Ergebnisse der GTZ-Länderstudien würden somit der Auffassung wiedersprechen, dass die derzeitige Zuckermarktordnung eine breite Entwicklungshilfefunktion für die Dritte Welt leiste. Dies lasse sich auch an der Tatsache ablesen, dass der Gesamtanteil des für Präferenzeinfuhren produzierten AKP-Zuckers am Weltzuckermarkt bei lediglich 0,9 Prozent liege.

Vielmehr zeigten die einzelnen GTZ-Länderstudien, dass durch die Übertragung einer verfehlten EU-Agrarpolitik in Entwicklungsländer häufig notwendige soziale und strukturelle Anpassungsprobleme in den betroffenen Ländern verhindert werden. Vor diesem Hintergrund erscheine es wenig sinnvoll, eine gesamtwirtschaftlich vernünftige Liberalisierung der Agrarpolitik innerhalb der EU zu unterlassen, um bestimmte Gruppen von Entwicklungsländern von den Preiseffekten zu verschonen. (ED)

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