Für die Zuckerrüben war es bisher zu kühl und zu trocken.
-- , Foto: LPD
Für die Zuckerrüben war es bisher zu kühl und zu trocken.

Der kühle und trockene Frühsommer hat den Rüben den Start erschwert und sorgt nach ersten Schätzungen für Mindererträge von gut vier Prozent gegenüber dem fünfjährigen Mittel und von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings unterliegen diese Schätzungen großen regionalen Schwankungen, teilt das Niedersächsische Landvolk mit. Außerdem habe die Zuckerrübe nach den aktuellen Niederschlägen und bei sommerlichen Temperaturen gute Chancen, noch Wachstum nachzuholen. So präsentieren sich die Zuckerrübenbestände insgesamt recht gut. Durch die Frühsommertrockenheit hätten sich schlanke Rübenkörper ausgebildet, die ihre Wurzeln tief in den Boden getrieben haben. Die derzeitigen Wachstumsbedingungen und die gesunden Bestände bilden ein gutes Fundament für hohe Zuwächse. Die tiefen Wurzeln versorgen die Pflanzen auch in möglichen Trockenphasen bis zur Ernte mit ausreichend Wasser.

Unkraut per Hand bekämpfen

Noch nicht überall habe sich das Blätterdach über dem Boden geschlossen. Das erleichtere Unkräutern wie Melde oder Hundspetersilie das Wachstum. In der jetzigen Vegetationsphase müssten diese per Hand entfernt werden. Ebenfalls per Hand entfernen müssen die Landwirte Schosser. Unter bestimmten Witterungseinflüssen neigen manche Rübensorten zum Schossen, also zum frühzeitigen Blühen. Die Zuckerrübe blüht normalerweise erst im zweiten Jahr. Dies müsse im Anbau unbedingt vermieden werden, da Schosser nur kleine Rübenkörper mit wenig Zucker ausbilden und die dicken, bis zu einem Meter hohen Stängel vom Rübenroder nicht aufgenommen werden können. Sogenannte Schosser, Unkrautrüben oder auch Rübenböcke müssen unbedingt entfernt werden, bevor die Samen reif werden, da diese sonst im Boden überdauern und im späteren Rübenanbau für erhebliche Probleme sorgen, warnt das Landvolk. Ausgesamte Schosser hätten den Rübenanbau auf einigen Standorten in Deutschland bereits unmöglich gemacht. Welche Auswirkungen die Auflaufschwierigkeiten durch die verkrustete Erdoberfläche und die Fraßschäden durch Mäuse auf den Rübenertrag haben werden, zeige sich erst in der Rübenernte ab Mitte September. (az)
stats