Überfluss

Zuckerwirtschaft stark gebeutelt


Die Landwirte haben hohe Einbußen.
-- , Foto: Archiv
Die Landwirte haben hohe Einbußen.

Die Stimmung in der Zuckerwirtschaft ist auf dem Nullpunkt angelangt. Der Rübenertrag ist mit 83 t/ha in der Südzucker-Gruppe und 89 t/ha in Deutschlad rekordverdächtig. Doch statt Freude ist beim Blick auf die Preise Frustation angesagt. Manfred Kröhl, Südzucker AG, versucht die Stimmung beim Rübentag heute in Florstadt aufzuheitern: „ Wir haben aktuell eine schwierige wirtschaftliche Situation, aber wir werden aus der Krise wieder herauskommen“, schwört Kröhl die rund 300 Besucher ein.

Mit Zucker lässt sich aus Sicht des Unternehmens derzeit kein Geld verdienen. Auf dem Weltmarkt erreicht Weißzucker mit rund 330 €/t einen neuen Tiefstand. Südzucker fehlen bei der Zuckervermarktung aktuell rund 200 €/t, bei Ethanol sind es 180 €/t, was sich zwangsläufig auf die Rübenpreise auswirkt.

Landwirte im Anbaugebiet der Südzucker erhalten in der laufenden Kampagne 2014/15 gerade einmal den Rübenmindestpreis von 26,29 €/t, nachdem es in den drei Jahren zuvor jeweils  einen Bonus gab. Das bedeutet im Durchschnitt Einbußen für Rübenlandwirte gegenüber Vorjahr 1.000 €/ha Rüben. Nicht viel besser sieht es bei den Ethanolrüben mit einer Entlohnung von 21 €/t und Industrierüben mit 18 €/t aus. In den den kommenden Monaten gibt es keine Anzeichen für ein Ende der Schwächephase.
 
Die Absatzmöglichkeiten der hohen Zuckerüberschüsse sind sowohl auf dem Weltmarkt und innerhalb der EU auf Grund von Kontingenten durch die Zuckermarktordnung für europäische Zuckerunternehmen nahezu ausgeschöpft. Deshalb bleibt nur der Weg des Rübenvortrages auf die nächste Kampagne. Nun erhält jeder Landwirt von Südzucker eine Aufstellung über seine Rübenmengen, die auf die neue Kampagne 2015/16 übertragen werden. Das wird sich auf den Anbau 2015 auswirken. Bundesweit dürfte nach Schätzungen von agrarzeitung.de die Rübenanbaufläche um 10 bis 15 Prozent sinken. (da)
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