Zukunft unter getrennter Flagge.
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Zukunft unter getrennter Flagge.

Nach einer langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit gehen die Deutsche Saatveredelung AG (DSV), Lippstadt, und die IG Pflanzenzucht (IGP) GmbH, München, künftig getrennte Wege. Die DSV scheidet zum 30. Juni 2016 als Gesellschafter aus.

DSV und IGP betonen, dass die Trennung einvernehmlich erfolgt. Die beiden Unternehmen wollen ihre strategischen Weichenstellungen unabhängig voneinander gestalten. Die DSV und die IGP mit ihren 10 verbleibenden Gesellschaftern sehen in dieser Entscheidung für beide Seiten größere Chancen und Potenziale für die künftige Entwicklung.

Eigenes Getreideportfolio ab 2017

Die IGP wird alle Getreidesorten der DSV, die bis Mitte nächsten Jahres zugelassen sind, in Deutschland weiterhin vermarkten. Alle Getreidesorten, die ab dem 1. Juli 2016 zugelassen werden, wird die DSV in eigener Regie vertreiben. Mit dieser Erweiterung ihres Portfolios unter dem Motto „Alles aus einer Hand“ möchte die DSV ihre eigene Marke stärken. Im Jahr 2017 wird die DSV mit einem eigenen Getreideportfolio in den Markt gehen. Im ersten Schritt werden Sorten der Arten Winterweizen, Sommerweizen und Wintergerste enthalten sein. Es ist geplant, das Sortiment schrittweise zu erweitern.

Die IGP wiederum hat in enger Abstimmung mit ihren Gesellschaftern den nationalen Vertrieb durch weitreichende internationale Aktivitäten und Kooperationen verstärkt. Neben dem Ausbau der internationalen Vertriebsaktivitäten bei Getreide wird das Maisprogramm erweitert, kündigt IGP-Geschäftsführer Franz Beutl gegenüber der agrarzeitung.de an. Leistungsfähige Rapssorten werden künftig ebenfalls das Vertriebssortiment der IGP ergänzen.

Internationale Gesellschafter vernetzen

Im internationalen Geschäft baut IGP auf die Vernetzung seiner Gesellschafter: Die IGP-Gesellschafter Saatbau Linz und Saatzucht Gleisdorf aus Österreich und Caussade Semences aus Frankreich zeigen, dass der Gesellschafterkreis mittlerweile stärker international ausgerichtet ist. Mit der Neugründung der polnischen IGP Polska 2014 wurden intensive Vertriebsaktivitäten in Polen gestartet. Die Gesellschafter Streng, Engelen und Pflanzenzucht SaKa kooperieren gemeinsam mit dem französischen Züchterhaus Florimond Desprez in der Saatzucht Streng-Engelen GmbH & Co.KG.

Die Saatzucht Bauer führt bei Winterweizen ein gemeinsames Zuchtprogramm mit der Saatzucht Donau für den mitteleuropäischen Raum durch. Beide Unternehmen haben in Frankreich mit Lemaire Deffontaines das Zuchtunternehmen Semalliance gegründet. Mit der Gründung der Hyballiance Anfang des Jahres, einer Kooperation zur Züchtung von Hybridweizen, ist mit diesen drei Partnern sowie den weiteren Teilhabern Caussade Semences und Danko Hodowla Roslin eine weitere zukunftsträchtige Weichenstellung vorgenommen worden.

Die Pflanzenzucht Oberlimpurg, seit Jahren breit vernetzt in internationalen Kooperationen, widmet sich mit der Züchtung von Sojabohnen, Getreide für die Biogasnutzung sowie Dinkel und Emmer ausbaufähigen neuen Märkten. (brs)
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