Obwohl einen ganze Reihe von Krankheiten und Schädlingen dem Raps zusetzen, können Erzeuger mit recht zuverlässigen Erträgen rechnen. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Sorten mit Krankheitsresistenzen und einer guten Regenerationsfähigkeit. Das wurde bei der Raps-Fachtagung der Limagrain Deutschland in Kassel deutlich. In Elitesorten, Landrassen, exotischem Material oder entfernten Verwandten finden Züchter nützliche Eigenschaften.

Limagrain-Rapszüchter Dr. Stefan Abel berichtet, dass Resistenzen gegen Phoma, Weißstängeligkeit, Verticillium und Kohlhernie in moderne Rapssorten eingekreuzt werden können. Einige der Eigenschaften seien allerdings nur mit einem hohen Zeitaufwand in Raps übertragbar. Zudem entwickeln die Erreger auch immer wieder Mechanismen, um die Resistenzen zu durchbrechen. Dies sei bei Phoma bereits bekannt. Darum versucht Abel gegen diese Rapskrankheit qualitative und quantitative Resistenzen zu kombinieren.

Die Resistenz gegen Kohlhernie, mit der erst wenige Rapssorten seit ein paar Jahren aufwarten können, sei bereits in einigen Regionen Deutschlands nahezu wirkungslos. Einige der Pathotypen des Erregers könnten den Rapspflanzen dennoch zusetzen. Ein europäisches Netzwerk von Rapsforschern hat auch in Frankreich und Skandinavien hochvirulente Pathotypen aufgespürt. Die Wissenschaftler beobachten die weitere Ausbreitung dieser bodenbürtigen Krankheit mit Sorge. Die Dauersporen überleben nämlich bis zu 20 Jahre im Boden und können von einer Vielzahl von Wirtspflanzen profitieren. (brs)
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