Auf der Suche nach Alternativen zur Ferkelkastration verzeichnen Göttinger Forscher Fortschritte. Sie haben Genvarianten identifiziert, die maßgeblich für den Ebergeruch verantwortlich sind. Die Göttinger Wissenschaftler um Prof. Dr. Christoph Knorr und Dr. Daniel Mörlein vom Department für Nutztierwissenschaften berichten in einer aktuellen Studie, dass sich die Entstehung des Geruchs nicht kastrierter Schweine möglicherweise verringern lässt, indem man deren Erbinformation zur Zucht nutzt.

Vor allem ein Gen, das den Abbau der Substanz Skatol in der Leber reguliert, hat offenbar einen großen Effekt. Skatol ist maßgeblich mitverantwortlich für den Ebergeruch.

An Speckproben von nicht kastrierten Ebern aus zwei deutschen Schlachthöfen haben die Forscher einen Zusammenhang zwischen Varianten des Gens und der Höhe des Skatolgehaltes nachgewiesen. Eber, die reinerbig die Variante C des Gens aufwiesen, waren deutlich häufiger geruchsauffällig als ihre Artgenossen.

Das Gen wird derzeit in weiteren Populationen untersucht. Sollte sich der beschriebene Effekt in den aktuellen Untersuchungen bestätigen, bestehen nach Angaben der Wissenschaftler gute Chancen, den Geruch ohne schmerzhaften chirurgischen Eingriff auf züchterischem Wege zu verringern. (az)
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