Bioenergie

Zukunft von Abengoa ungewiss


Der Aufsteiger in der Bioenergiebranche, Abengoa, hatte in den Jahren 2007 und 2008 große Pläne. In Rotterdam ging eine Bioethanolanlage auf Maisbasis in Betrieb, in Deutschland sollte ebenfalls ein Werk gebaut werden. Die deutsche Pläne wurden nach der Finanzkrise verworfen, die Ergebnisse fielen mäßig aus.

Im November 2015 hat das international tätige Unternehmen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursrechtes gestellt. Dies meldet die United State Press Agency, USPA. Im März 2016 läuft die Frist von vier Monaten aus, um mit den Banken eine Möglichkeit zu finden, die Schulden zu bezahlen. Kommt keine Lösung zustande, müsste Abengoa Insolvenz anmelden, heißt es in einer Mitteilung. Der Aktienkurs des im spanischen Sevilla ansässigen Unternehmens hat nach der Ankündigung 70 Prozent an Wert verloren.

Abengoa wurde in den 1940er-Jahren gegründet und beschäftigt weltweit rund 27.000 Mitarbeiter in der Erneuerbare-Energien-Branche. Die Schuldenhöhe gibt Abengoa mit 7 Mrd. € an, aber selbst der spanische Wirtschaftsminister hält 9 Mrd. € und mehr für möglich. Er ist in großer Sorge, denn es wäre die größte Insolvenz eines privaten spanischen Unternehmens. 

Abengoa ist auf allen fünf Kontinenten vertreten, der amerikanische Markt dominiert, gefolgt von Europa. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Mitarbeiter von dem Schritt unterrichtet und zur Ruhe aufgefordert.

Nach Informationen von agrarzeitung.de wird in Rotterdam weiter Bioethanol produziert. Auch das Nebenprodukt DDGS wird an Mischfutterwerke verkauf und Mais unter anderem aus Frankreich entladen. (da)
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