Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Clomazone vorsorglich das Ruhen der Zulassung angeordnet. Ab sofort dürfen diese Mittel weder vertrieben noch angewendet werden. Grund für die Anordnung sind Berichte von Anwohnern behandelter Flächen in Mecklenburg-Vorpommern. Diese klagten über gesundheitliche Beeinträchtigungen nach der Anwendung eines clomazonehaltigen Herbizids. Nach Angaben des BVL sind folgende Pflanzenschutzmittel betroffen, die nur für den gewerblichen Bereich, nicht jedoch für Haus- und Kleingarten zugelassen sind: Brasan, Centium 36 CS, Cirrus, Colzor Trio, CS 36, Echelon, Gamit 36 CS und Nimbus CS. Die Zulassung ruht bereits seit dem vergangenen Freitag, bestätigte eine Sprecherin des BVL auf Anfrage von agrarzeitung.de. Die Pflanzenschutzdienste der Länder werden nun die Landwirte über die Anordnung informieren.

Die zuständigen Behörden in Mecklenburg-Vorpommern prüfen derzeit, ob clomazonehaltige Pflanzenschutzmittel ursächlich für die gemeldeten gesundheitlichen Beschwerden sind. Das BVL als Zulassungsbehörde hat eine Bewertung der gesundheitlichen Aspekte beim Bundesinstitut für Risikobewertung veranlasst. Nach Angaben des BVL besteht eine Besonderheit bei Clomazone darin, dass die Verfrachtung auf Nachbarflächen nicht nur durch Abdrift erfolgen kann, sondern auch durch Verflüchtigung und Transport über die Gasphase. Die Verflüchtigung wird durch höhere Temperaturen begünstigt. (sch)
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