Für die Zulassung neuer Sorten für den Anbau hat sich der landeskulturelle Wert als Kriterium in den vergangenen 60 Jahren bewährt. Denn dafür muss sich einerseits jede neue Sorte vor der Zulassung mit der besten Sorte messen. Zugleich besteht die Möglichkeit, im Gespräch zwischen Bundessortenamt, Pflanzenzüchter und Anwender neue Kriterien ins Spiel zu bringen.

Der Vorteil dieser ständigen systemimmanenten Verbesserung wird beim Symposium des Bundessortenamtes heute in Hannover aus Anlass des Jubiläums deutlich. In den Veränderungen der Sortenanforderungen spiegeln sich die Veränderungen an die Landwirtschaft, sagte Dr. Werner Kloos, Unterabteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium. Ging es zu Beginn ab 1953 vor allem um die Ernährungssicherung, später um die Einkommenssicherung für die Landwirtschaft, so sei heute die Effizienz ein immer wichtigeres Kriterium.

Dabei sieht sich das Bundessortenamt gerne als Gesprächspartner für Züchter, Landwirtschaft und Verarbeiter, um auf aktuelle Anforderungen wie Resistenzen oder Verarbeitungserfordernisse zu reagieren. So arbeiten beispielsweise die Brauereien bereits am Prüfverfahren für Braugerste mit. Von der Kartoffelverarbeitenden Industrie hätte sich das Bundessortenamt sogar eine stärkere Unterstützung gewünscht.

Von Züchtern wird die Anerkennung ihrer Sorten durch das Bundessortenamt längst auch als Bestätigung der eigenen Arbeit gesehen. Darum begnügen sich Unternehmen nicht allein mit EU-Zulassungen für die Vermarktung ihrer Sorten in Deutschland, sondern legen großen Wert auf eine Zulassung durch das BSA. Denn die Transparenz im Zulassungsverfahren sorgt für Glaubwürdigkeit. (brs)
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