Informationen über den gesamten Produktionsweg sind für eine effektive Lebensmittelüberwachung entscheidend. Sie können die risikoorientierte Fleischuntersuchung voranbringen.

Über den Stand und Perspektiven der Fleischuntersuchung haben Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter gestern bei einem Symposium des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin diskutiert. Im Fokus standen die Perspektiven der risikoorientierten Untersuchung von Schweinefleisch. Bei diesem Konzept wird der Schlachttierkörper nur noch visuell begutachtet. Das Abtasten und der Anschnitt des Tierkörpers wie bei der konventionellen Fleischuntersuchung wird überflüssig und erfolgt nur noch in begründeten Verdachtsfällen.

Hintergrund ist, dass die heute vorherrschenden Tierkrankheiten aufgrund von Keimen wie Salmonellen oder Mykobakterien ohnehin keine sichtbaren Veränderungen an Tierkörpern und Organen hervorrufen. Dabei gehören diese Erreger zu den wichtigsten Verursachern von Durchfallerkrankungen beim Menschen.

Um das bislang kaum angewandte Konzept der risikoorientierten Untersuchung von Schweinefleisch voranzubringen, müssen nach Ansicht der Experten möglichst viele Daten von der Aufzucht der Tiere bis zur Schlachtung bereitgestellt werden. Diese sollen von den Unternehmen an die amtliche Lebensmittelüberwachung weitergegeben werden.

 „Nicht nur die Beurteilung des Endprodukts, sondern der gesamte Produktionsweg liefert wichtige Erkenntnisse über die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Fleisch und Fleischwaren", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. Ziel sei es, die Sicherheit von Fleisch durch Maßnahmen wie Stallhygiene, Überwachung der Tiergesundheit im Stall oder zusätzliche hygienische Schlacht- und Transportbedingungen weiter zu erhöhen. (sch)

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