Zwei verschiedene Lager bei WTO-Agrarverhandlungen

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Gestern haben sich bei der WTO-Konferenz in Seattle zwei verschiedene Lager in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft gebildet. Sie haben jeweils einen Vorschlag für die Schlusserklärung der Ministerkonferenz vorgelegt. Die EU gehört zu einer Gruppe, der sich auch Japan, Südkorea, die Schweiz und die Türkei angeschlossen haben. Sie nennen sich "die Freunde einer multifunktionalen Landwirtschaft". In ihrem Arbeitspapier treten sie für eine Verminderung von allen Formen der Exportunterstützung ein. Staatliche Vermarktungseinrichtungen und Exportkredite sind damit ebenso gemeint, wie die Ausfuhrerstattungen. Die USA und die 18 Mitgliedstaaten der Cairns-Gruppe fordern dagegen in ihrem Papier eine vollständige Beseitigung aller Formen von Exportstützungen. Außerdem müsse der Agrarhandel seinen Sonderstatus im WTO-Regelwerk verlieren, fordert die liberalere Gruppe in Seattle. Einig sind sich alle, dass den Entwicklungsländer besondere Zugeständnisse gemacht werden müssen.(Mö)
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