az-Länderserie Brasilien

Zweite Maisernte steht außer Konkurrenz


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Agrarwirtschaft ist ein wichtiger Handelspartner der Europäischen Union. Die Erzeugung der Hauptkulturen weist ein beeindruckendes Wachstum auf.

Weltweit auf Rang 1 steht Brasilien bei der Erzeugung von Zuckerrohr. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 ernteten Farmer knapp 660 Mio. t. Die Produktion weist eine steile Wachstumskurve vor: Binnen 25 Jahren wurde sie mehr als verdreifacht. Aus der Zuckerrohrernte 2013/14 wurden rund 37,8 Mio. t Zucker gewonnen. Davon flossen fast 70 Prozent in den Export; wichtigste Abnehmer sind Russland und China.

Noch nicht ganz an die Weltspitze hat es Brasilien bei der Produktion von Sojabohnen gebracht, dem wichtigsten Agrarrohstoff im Export. Hier stehen die Brasilianer auf Rang 2 kurz hinter den USA, steigern aber auch seit Jahren kontinuierlich die Erzeugung. Fuhren Landwirte in Brasilien 2010 noch eine Sojaernte von knapp 58 Mio. t ein, schätzt das US-Agrarministerium USDA die Produktion im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 94,5 Mio. t.

Hauptexporte
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Hauptexporte


Nahezu die Hälfte der inländischen Sojaproduktion wird exportiert – in der laufenden Saison schätzt das USDA die Ausfuhren auf 46 Mio. t. Hauptabnehmer ist China, das 65 Prozent der brasilianischen Sojaexporte abgreift, gefolgt von der Europäischen Union mit 25 Prozent. 37,6 Mio. t der Sojabohnen werden direkt in den brasilianischen Ölmühlen verarbeitet. Das so erzeugte Sojaschrot fließt zu 50 Prozent in den Export, hier sind die Futtermittelhersteller in der Europäischen Union wichtige Abnehmer. Sojaöl wird zum Großteil für die inländische Biodieselproduktion verwertet.

Erzeuger bauen zu mehr als 90 Prozent gentechnisch veränderte (GV-)Sojabohnen an. Wichtiger Treiber der Nachfrage ist der asiatische Markt, vor allem China. Gleichzeitig ist Brasilien aber auch ein wichtiger Lieferant von Sojabohnen, die frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sind. Der brasilianische Staat fördert den Anbau von GVOfreiem Soja. Kritiker bemängeln, dass angesichts der ohnehin schwierigen Transport- und Lagerlogistik in dem Land separate Lieferketten für GV-Soja und GVO-freie Ware kaum zu gewährleisten seien.

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Während das tropische Klima mit den vielen Niederschlägen auf der einen und Trockenheit auf der anderen Seite alljährlich für lebhafte Diskussionen am Ölsaatenmarkt sorgt, profitiert der Maisanbau von den warmen Temperaturen. Brasilianische Erzeuger fahren zwei Ernten ein, wobei die zweite Ernte auf abgeernteten Sojaflächen wächst und im Juni/Juli eingefahren wird. Das USDA schätzt die brasilianische Maiserzeugung 2014/15 auf 75 (Vorjahr: 80) Mio. t, wobei nur noch etwa ein Drittel auf die eigentliche Haupternte und zwei Drittel auf die zweite Ernte entfallen. Letztere ist auch bedeutender für den Export. Mais aus der nördlichen Hemisphäre steht etwa ab Oktober dem Weltmarkt zur Verfügung. Im Zeitraum Juli/ August ist Brasilien daher mit seinem Maisangebot aus der zweiten Ernte fast konkurrenzlos. (az)
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