BfR-Verbrauchermonitor

Zwischen Vertrauen und Verunsicherung


Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, halten fast drei Viertel der im Februar 2016 repräsentativ befragten Verbraucher die Lebensmittel am Markt für sicher - einerseits. Andererseits ist mehr als die Hälfte der Befragten beunruhigt über Themen wie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Mikroplastik in Lebensmitteln oder gentechnisch veränderte (GV) Lebensmittel. „Diese widersprüchliche Einschätzung zeigt uns, dass es ganz entscheidend ist, in welchem Kontext Verbraucherinnen und Verbraucher zur Sicherheit von Lebensmitteln befragt werden,“ so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Verbraucher halten nach den jüngsten Umfrageergebnissen den Klimawandel oder Umweltbelastungen vor dem Rauchen für das größte Risiko für die Gesundheit. Fehlernährung und Alkoholkonsum folgen als nächstes im Risikoranking, wobei im Vergleich zum Vorjahr die Fehlernährung von deutlich mehr Menschen als Gesundheitsrisiko eingeschätzt wird als der Alkoholkonsum. Ungesunde und belastete Lebensmittel werden dagegen als etwas relevanter als im Vorjahr wahrgenommen.

Glyphosat trotz Medienpräsenz wenig bekannt

Beim Bekanntheitsgrad von Themen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes zeigen sich im Vergleich zu 2015 große Unterschiede. Am bekanntesten sind die Themen Pflanzenschutzmittelrückstände in Obst und Gemüse, Antibiotikaresistenzen und Mineralöle in Körperpflegeprodukten, die mehr als drei Viertel der Befragten kennen. Glyphosat als Thema kennen hingegen trotz der großen Präsenz in den Medien relativ wenig Befragte, so das BfR.

Hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit beunruhigten die Befragten wie auch 2015 an erster Stelle Antibiotikaresistenzen, dicht gefolgt von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Rückständen von Pflanzenschutzmitteln.

Für den aktuellen BfR-Verbrauchermonitor flossen die Ergebnisse der repräsentativen Befragung von mehr als tausend Personen in Deutschland ein. Der Verbrauchermonitor ist für das BfR ein wichtiges Instrument, mit dem es seine Aktivitäten zur Risikokommunikation entsprechend der in der deutschen Öffentlichkeit diskutierten Themen steuern und anpassen kann. In einem halbjährlichen Zyklus werden deshalb diese Daten zur Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken seit 2014 repräsentativ erhoben. (mrs)
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