Die Begrenzung des Maisanbaus zur Biogaserzeugung entwickelt sich zum Streitthema bei der Reform des EEG. Die klare Forderung des Umweltministeriums ist im Landwirtschaftsministerium umstritten. Das Agrarministerium (BMELV) zaudert mit einer eindeutigen Position. Zwar prescht es in seinem Positionspapier zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Überlegungen vor, die betriebliche Anbaufläche für Biogasmais auf 50 Prozent des Areals zu begrenzen. Weiter hinten im Positionspapier heißt es jedoch: „Eine unmittelbare Begrenzung der Maisanbaufläche in bestimmten Regionen bzw. die Reglementierung der vergütungsfähigen Menge, welche in die Biogasanlage eingebracht wird, wird als bürokratisch, nicht praktikabel und daher nicht zielführend angesehen."

Der Widerspruch geht auf nicht gelöste Meinungsverschiedenheiten im BMELV zurück. So will der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser feste Einsatzgrenzen für Mais in Biogasanlagen verhindern. „Die Kontrolle wäre sehr schwierig", sagte Bleser gegenüber agrarzeitung.de. Bleser möchte mit einer speziellen Förderung von Biogasanlagen mit bis zu 80 Prozent Gülleanteil von dem Maisproblem ablenken. Agrarministerin Ilse Aigner hingegen findet Gefallen an Obergrenzen für den Maisanbau. „Wir haben das Ziel, in manchen Regionen übermäßigem Maisanbau entgegenzuwirken und eine breitere Rohstoffbasis zuzulassen", sagte sie diese Woche.
 
Das Umweltministerium hatte in seinen Vorschlägen zur EEG-Novelle in der vergangenen Woche eine Begrenzung des Einsatzes von Mais und Getreidekorn von 60 Prozent vorgeschlagen. (sta)
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