Afrikanische Schweinepest

Laves: "Wir müssen mit infiziertem Wildschwein rechnen"


 Man müsse sich hierzulande auf infizierte Wildschweine einstellen, meint Prof. Eberhard Haunhorst.
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Man müsse sich hierzulande auf infizierte Wildschweine einstellen, meint Prof. Eberhard Haunhorst.

Die Gefahr eines Ausbruchs der Schweinepest in Deutschland ist nicht nur theoretisch. Zumindest bei Wildschweinen hält Laves-Präsident Haunhorst Fälle für durchaus möglich.

Für die Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird derzeit viel getan. Schonzeiten für die Jagd von Wildschweinen sollen aufgehoben werden, Jäger sollen Prämien für erlegte Tiere bekommen. "Das wird aber wahrscheinlich nicht ausreichen", sagte Prof. Eberhard Haunhorst, Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), am Donnerstag auf der Veranstaltung der Getreidehandels- und Futtermittelbörsen Bremen/Oldenburg in Oldenburg. Man müsse sich hierzulande auf infizierte Wildschweine einstellen, fügte Haunhorst im Gespräch mit agrarzeitung.de hinzu.

Im Falle eines Seuchenausbruchs hierzulande sei zwar der Handel innerhalb der EU weiterhin möglich, betonte Haunhorst. In Drittstaaten würde es aber Einschränkungen geben: "Asien würde wohl kein Schweinefleisch mehr abnehmen", so der Laves-Präsident.

Als "reale Gefahr" bezeichnete Haunhorst eine Einschleppung des Virus über Menschen, etwa über Spediteure aus EU-Staaten mit ASP-Fällen wie Polen oder Tschechien. Das könne etwa passieren, wenn Wildschweine auf Raststätten infizierte Essensreste fressen. "Wenn man sich die Raststätten und den Müll dort anschaut, ist die Gefahr real", so Haunhorst.
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