Afrikanische Schweinepest

Schweinehalter rechnen mit ASP in Deutschland


Die Karte zeigt die Fälle von ASP im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Polen, Rumänien, der Ukraine und Ungarn zum Stand 23.04.2019. Die roten Punkte weisen auf betroffene Hausschweinebestände hin, blau bedeutet Wildschwein.
FLI
Die Karte zeigt die Fälle von ASP im Baltikum, in Belgien, Bulgarien, Polen, Rumänien, der Ukraine und Ungarn zum Stand 23.04.2019. Die roten Punkte weisen auf betroffene Hausschweinebestände hin, blau bedeutet Wildschwein.

Viele Veredler gehen davon aus, dass die Afrikanische Schweinepest auch Deutschland erreichen wird. Der Seuchenausbruch wäre für ein Fünftel der Grund für eine Betriebsaufgabe.

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der R+V Versicherung auf der Internetplattform www.raiffeisen.com schätzten 48 Prozent der Umfrageteilnehmer das Einschleppungsrisiko für Deutschland als „eher hoch“ bis „hoch“ ein, meldet AgE. Dagegen bewerteten 28 Prozent dieses Risiko als „eher gering“ bis „gering“. Wie die R+V mitteilte, hatten sich an der Umfrage bis Ende Februar gut 400 Sauenhalter und Schweinemäster beteiligt.

Obwohl fast jeder zweite Befragte in der nicht repräsentativen Erhebung davon ausgeht, dass die für Schweine meist tödlich verlaufende Tierseuche hierzulande auftreten wird, stufen gleichzeitig nur 9 Prozent die Gefahr einer Ansteckung des eigenen Tierbestandes als „hoch“ ein. Ein Drittel sieht hingegen eine „niedrige“ Gefahr. Vor den finanziellen Folgen der ASP sind laut R+V nur 54 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einer Ertragsschadenversicherung geschützt. Eine solche Versicherung kommt - über die Leistungen der gesetzlichen Tierseuchenkasse hinaus - im Seuchenfall für Ertragseinbußen auf, auch wenn die eigenen Tiere nicht erkrankt sind.

ASP beschleunigt Strukturwandel

Im Fall eines Ausbruchs der ASP in Deutschland wollen der Erhebung zufolge 18 Prozent der Befragten ihren Betrieb schließen. Dieser drastische Schritt ist nach Einschätzung des R+V-Agrarexperten Matthias Baum auch auf den fortschreitenden Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft zurückzuführen. Bereits in der jüngeren Vergangenheit hätten viele kleinere Halter ihre Produktion aufgegeben. Im Gegensatz dazu stünden die sogenannten Zukunftsbetriebe. „Diese weisen im Regelfall eine höhere Investitionstätigkeit auf und haben damit mehr Eigen- und Fremdkapital im Betrieb gebunden“, so Baum. 

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