agrar|marketing|tage: Chancen nur außerhalb Europas


Der europäische Markt stagniert. Investoren aus dem Ausland sind beständig auf der Suche nach Übernahmen.

Wachstumschancen liegen langfristig nur außerhalb von Europa. In den Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben sich die Umsätze in der Agrar- und Ernährungsindustrie von 2000 bis 2010 vervierfacht. Dort wachse der Markt weiter; in diesen Ländern böten sich „spannende Zielgruppen“, sagte Martin Tschochner von der Unternehmensberatung Ebner Stolz Mönning Bachem heute auf den agrar|marketing|tagen in Berlin.

Die deutsche Agrar- und Ernährungsindustrie sieht Tschochner nur bedingt für Internationalisierungsstrategien gewappnet. Hindernis sei die zersplitterte Struktur der hiesigen Branche, in der „nur jedes fünfte Unternehmen einen Umsatz von mehr als 10 Millionen Euro im Jahr einfährt.“

Gleichzeitig seien Großkonzerne aus dem internationalen Agribusiness wie der südamerikanische Fleischproduzent Brazil Foods oder der chinesische Staatskonzern Cofco in Europa auf Einkaufstour. Brazil Foods in der niederländischen Geflügelindustrie; Cofco in der Weinwirtschaft. Aber auch Unternehmen aus dem Cerealien- und Backwarensektor hätten chinesische Unternehmen schon auf dem Einkaufszettel gehabt.

Bislang sei Europa zwar noch der drittgrößte Exporteur von Ernährungsgütern weltweit. Doch nach Einschätzung von Tschochner ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Nummern 4 und 5, Indien und China, Europa auf Platz 6 verdrängen werden. (pio)
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