agrar|marketing|tage: Höhere Preise für Schlachtvieh 2013


Die Schweinepreise werden steigen. Das erwartet Hubert Kelliger, Vertriebsleiter bei der Westfleisch eG.

„Für Schlachtvieh werden wir im kommenden Jahr deutlich höhere Preise sehen“, prognostizierte Kelliger auf den agrarmarketingtagen der agrarzeitung heute in Berlin. Bei Schweinen stellt der Westfleisch-Vertriebsleiter Landwirten eine „2 vor dem Komma“ in Aussicht; bei den Bullen werde die „4 vor dem Komma bleiben“.

Gleichzeitig rechnet der Manager des Münsteraner Fleischverarbeiters mit anhaltend hohen Produktionskosten. Dieses Jahr habe man „ähnliche Preisanstiege bei Futtermitteln wie Getreide, Mais und Soja wie im Jahr 2008 erlebt.“ Mit einem vergleichbaren Preisrückgang wie 2008 rechnet Kelliger jedoch nicht – er geht davon aus, dass „die Preise hoch bleiben“.

Hohes Absatzpotenzial sieht Kelliger weiterhin in Drittlandsmärkten in Fernost wie China. Dort habe Westfleisch in den vergangenen Jahren bereits ein Wachstum von 70 Prozent erzielt. In Osteuropa bleibe der Bedarf hoch, gleichzeitig steigen aber auch die Qualitätsanforderungen: „Nur mit fetten Bäuchen und Speck kann man die Russen nicht mehr begeistern.“

Westfleisch sehe zunehmend, dass man sich vor Ort in den Drittlandsmärkten engagieren müsse. Daher baue die Genossenschaft gerade ein Logistiklager in Ungarn. In Rumänien verpackt und zerlegt Westfleisch Ware vor Ort. In Russland investieren die Münsteraner ebenfalls in Kühlhäuser und Lagerlogistik in Kooperation mit lokalen Partnern. (pio)
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