Hanse-Zukunftsprojekt

Rickmers: Schwarze Null bei Agrarerzeugnissen

Andreas Rickmers, Agravis-CEO, stellt das Reform-Programm "Hanse" vor.
Foto: Agravis
Andreas Rickmers, Agravis-CEO, stellt das Reform-Programm "Hanse" vor.

Die Agravis will sich mit dem Hanse-Zukunftsprogramm fit und schlank aufstellen. Die Mitarbeiter müssen vollen Einsatz bringen, um Kundenwünsche zu erfüllen.

"Wir befinden uns in einem schwierigen Marktumfeld", eröffnet Andreas Rickmers, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG seine Rede vor der Hauptversammlung am Mittwoch im niedersächsischen Bockenem. Die Pacht- und Bodenpreise steigen, die Betriebszahlen sinken, der Öko-Landbau nimmt zu. Auch für den Agrarhandel ist die Situation nicht einfach. Rickmers lässt vor den rund 850 Aktionären und Gästen keinen Zweifel daran, dass das Unternehmen seine Führungsrolle im Konsolidierungsprozess behaupten wird. „Hier wollen wir dabei sein", sagte Rickmers.

Um das Jahresziel einer schwarzen Null im Bereich Agrarerzeugnisse (Handel von Getreide, Ölsaaten und Futtermittel) zu erreichen, werden Prozesse mit dem Projekt Hanse verschlankt. Ich bin mit unserem Ergebnis von 25,3 Mio. € vor Steuern 2017 nicht zufrieden, erklärt Rickmers. "Wir haben eine solide Bilanz und kontinuierlich in den Markt investiert." Das solle jetzt in Kundennutzen und – nähe umgemünzt werden. In der Vergangenenheit wurde zu viel auf den Computerbildschirm geschaut und sich zu wenig mit den Kunden unterhalten. Der Agravis-Chef gibt aber auch am Ende seiner Rede zu, dass es mit ihm nicht immer leicht sei. Hanse verlange den Einsatz und die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter. "Wir müssen vom Verbraucher her denken."

Agravis : Hauptversammlung


Für 2018 plant das Unternehmen, wie Rickmers und Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff betonten, bewusst konservativ. Der Umsatz dürfte sich bei 6,5 Mrd.€ und das Ergebnis vor Steuern bei rund 42 Mio. € einpendeln. Trotz schwieriger Marktbedingungen ist Agravis auf gutem Weg. Stand Ende April wurde ein Umsatz von 2,1 Mrd. € erreicht und das Ergebnis vor Steuern liegt bei 13 Mio. €. 


6.400 Anteilseigner
Die Agravis Raiffeisen AG schüttet 56 Prozent ihres Konzernjahresüberschusses 2017 als Dividende an ihre Aktionäre aus. Die rund 6.400 Anteilseigner erhalten 0,90 €/Aktie, das entspricht einer Gesamtsumme von rund 7 Mio. €. Das beschlossen die Aktionäre während der Hauptversammlung in Bockenem/
Niedersachsen am Mittwoch.
Auf Vorschlag der Bewertungskommission wird der Handelswert der Agravis-Aktie zum 10. Mai 2018 angehoben: um 1 auf dann 61 €. Seit Gründung der Agravis Raiffeisen AG im Oktober 2004 ist der Wert der Aktie von 25,60 € somit um mehr als 130 Prozent angestiegen.
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft in Höhe von 200,2 Mio. € befindet sich aktuell zu 60,4 Prozent im Eigentum von Genossenschaften. Darüber hinaus sind landwirtschaftliche Betriebe mit 4,7 Prozent und Mitarbeiter mit 6,0 Prozent an der Agravis  beteiligt. Branchennahe juristische und natürliche Personen halten gegenwärtig den verbleibenden Anteil in Höhe von zusammen 28,9 Prozent.

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