Anbauschätzung

Weizen und Gerste statt Canola

Die kanadischen Rapsanbauer wollen weniger Canola säen. Zum Ausmaß der Flächeneinschränkung kursieren unterschiedlche Schätzungen.
Canola Council of Canada
Die kanadischen Rapsanbauer wollen weniger Canola säen. Zum Ausmaß der Flächeneinschränkung kursieren unterschiedlche Schätzungen.

Kanadas Farmer wollen mehr Getreide, aber deutlich weniger Raps und Soja anbauen als im Vorjahr. Die erste offizielle Flächenschätzung liegt für Raps am oberen Ende der Erwartungen.

Der Anbau von Brot- und Futterweizen könnte in Kanada deutlich steigen, schätzt Statistics Canada in seiner heute veröffentlichten ersten Flächenschätzung für 2019. Da Winterweizen nur einen geringeren Teil der Anbaufläche stellt, entscheidet die Sommerweizenfläche, die besonders deutlich um 12 Prozent zunehmen soll. Weichweizen stünde dann zur Ernte 2019 auf insgesamt rund 8,4 Mio. ha. Dagegen erwartet Statistics Canada einen Rückgang des Hartweizenanbaus um 19 Prozent auf gut 2,0 Mio. ha. Ein weiterer Gewinner ist die Gerste. Die Fläche könnte im Vergleich zu 2018 um 10 Prozent auf fast 2,9 Mio. ha wachsen. Außerdem rechnet Statistics Canada mit mehr Hafer und mehr Körnermais.

Kleinste Canola-Fläche seit 2016

Deutlicher nach unten zeigt indes die Anbaufläche von Canola-Raps. Statistics Canada rechnet mit 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Flächenumfang soll rund 8,6 Mio. ha betragen. Im mehrjährigen Vergleich wäre es die geringste Anbaufläche seit 2016. Als Gründe für die Anbaueinschränkung nennt das Statistikamt die Absatzschwierigkeiten in China. Die heutige offizielle Schätzung liegt etwa am oberen Ende der Erwartungen, die im Vorfeld von Analysten mit 7,9 bis 9,1 Mio. ha genannt worden waren. Das Agrarministerium in Ottawa hatte im April einen Rückgang um 2,5 Prozent auf 9,0 Mio. ha geschätzt.
Auch der Sojabohnenanbau ist für kanadische Farmer weniger attraktiv. Die Fläche sinkt nach der heutigen Anbauschätzung zur Ernte 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf rund 2,3 Mio. ha. Hier vermutet das Statistikamt die enttäuschenden Erträge der beiden Vorjahre als Grund für die Flächeneinschränkung.

Zuverlässigere Zahlen kommen im Juni

Die heutigen Daten sind allerdings noch sehr vage. Sie beruhen auf den Anbauabsichten, die im März bei rund 11.500 Farmern abgefragt worden sind. Zuverlässigere Daten liefert in der Regel die Juni-Schätzung, die dann auf Angaben zu tatsächlichen ausgesäten Flächen beruht.




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