In Niedersachsen können Landwirte zum Erhalt von Arten auf der Roten Liste beitragen. Der Verzicht auf den Mähdrusch wird als Agrarumweltmaßnahme gefördert.

Artenvielfalt : Bilder von Ackerwildkräutern im lichten Gerstenbestand


Anders als bei auffälligen Blühstreifen am Wegesrand muss man hier schon genau hinsehen, um die Artenvielfalt als solche zu erkennen: Mitten im prächtigen Gerstenfeld wachsen neben blühendem Klatschmohn und lilafarbenem Feldrittersporn auch eher unscheinbare Ackerwildkräuter. Viele von ihnen, dazu zählen Venuskamm, Gefurchter Feldsalat, Kleiner Frauenspiegel oder Ackerziest, stehen auf der Roten Liste und sind damit vom Aussterben bedroht.

Landwirt Wilhelm Bertram, der in Everode im Landkreis Hildesheim einen Demeter-Milchviehbetrieb führt, nimmt mit 25 ha seiner Gesamtfläche von 150 ha Acker- und Grünland am Programm „Mehrjährige Schonstreifen für Ackerwildkräuter“ zum Erhalt der Artenvielfalt teil. Landwirte, die mitmachen, werden innerhalb der Agrarumweltmaßnahmen (AUM) mit rund 1.400 €/ha gefördert. Dafür hat Bertram sich in einem Vertrag für fünf Jahre dazu verpflichtet, auf einer ausgewiesenen Fläche Getreide oder Raps anzubauen, ohne zu ernten. Er mulcht lediglich und pflügt das Material anschließend unter.

Im lichten Getreidebestand fühlen sich die Kräuter am wohlsten. In diesem Jahr ärgert es Bertram, dass er nicht ernten kann. Die Gerste sieht gut aus, obwohl die Fläche grundsätzlich nicht mit Stickstoff gedüngt oder mit Pflanzenschutz behandelt werden darf. Er bemängelt, dass er kein Kleegras in der Fruchtfolge anwenden darf. Landwirte, die ihre Getreidebestände im Programm zum Erhalt der Ackerwildkräuter doch ernten wollen, können dies zwar vertraglich regeln, doch sie erhalten rund 500 €/ha weniger.

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