Stimmungsspiegel

Mittelständler sind investitionsfreudig


Die Firmen hierzulande stehen unter einem steigenden Innovationsdruck. Ein zentrales Hindernis für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen ist der Mangel an Fachkräften, zeigt eine Umfrage der Frankfurter DZ Bank.

Die generelle Bereitschaft, Investitionen zu tätigen, ist bei den mittelständischen Unternehmen gegenüber dem vorigen Jahr auf gleichbleibend hohem Niveau. 93 Prozent der Befragten planen Investitionen in den kommenden drei Jahren; davon haben 40 Prozent vor, mehr als bisher zu investieren, so die Studie. Am meisten ausgeprägt ist die Investitionsbereitschaft bei den Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 25 und 50 Mio. €.
Bild: az


Unter den Branchen ragen laut Umfrage zwei heraus: 60 Prozent der Unternehmen aus Chemie und Kunststoff wollen mehr investieren. Hingegen sind es in der Agrarwirtschaft nur 21 Prozent. Damit zeigt sich die Agrarwirtschaft im Vergleich zu allen untersuchten Sektoren weit abgeschlagen am unteren Ende. Der Umfrage zufolge will die Agrarbranche in den Investitionsschwerpunkten mit Blick nach vorn andere Prioritäten setzen. So soll in den kommenden drei Jahren der Fokus vor allem auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter gelegt werden, gefolgt vom Segment „Digitalisierung und Software“ (siehe Grafik). Fast alle befragten Agrarunternehmer gaben an, in den kommenden drei Jahren an Investitionen in Maschinen festhalten zu wollen. Mit dieser Aussage hebt sich die Branche wiederum deutlich nach oben von den anderen befragten Mittelständlern ab. Das Erschließen neuer Geschäftsfelder ist als weiteres relevantes Ziel weit oben in den Agrarunternehmen angesiedelt.
Fakten zur Studie
Im Auftrag der DZ Bank wurden insgesamt acht Branchen zum Thema „Innovationskraft“ befragt. Neben der Agrarwirtschaft sind die Sektoren Chemie/Kunststoff, Maschinenbau, Elektronik, Ernährung/Tabak, Handel, Dienstleistungen sowie das Baugewerbe vertreten. An der repräsentativen GfK-Studie vom Sommer dieses Jahres haben 800 Firmen teilgenommen. Geantwortet haben jeweils Personen mit unternehmerischer Funktion.


Als großes Hemmnis für ihre Innovationskraft empfinden die hiesigen Mittelständler der Agrarwirtschaft den Mangel an Fachkräften. „Schon die letztjährige Umfrage zeigte, dass der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern für die Mehrheit der Unternehmen ein zentrales Investitionshindernis ist“, so der Firmenkundenvorstand der DZ Bank, Uwe Berghaus. Der Befund dieses Jahres sei noch „besorgniserregender“.

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