Ausbruch

Blauzungenkrankheit in Süddeutschland


Im Landkreis Rastatt/Baden Württemberg ist in einem Rinderstall erstmals seit 2009 wieder die Blauzungenkrankheit ausgebrochen. Handelsrestriktionen sind nicht ausgeschlossen.

In Baden-Württemberg ist im Kreis Rastatt in dieser Woche der Ausbruch der Blauzungenkrankheit in einem Rinderhaltungsbetrieb amtlich festgestellt worden. Die Infektion wurde im Rahmen eines Monitorings diagnostiziert. Das nationale Referenzlabor für Blauzungenkrankheit des Friedrich-Loeffler-Institutes hat bei Rindern das Blauzungenvirus Serotyp 8 festgestellt. Im betreffenden Tierbestand wurden keine Krankheitserscheinungen festgestellt.

Von der nun eingerichteten Restriktionszone von 150 Kilometern sind die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland betroffen. Für die Betriebe gelten Beschränkungen für den Handel mit Rinden, Schafen und Ziegen, wenn die Tiere in Regionen verbracht werden, in denen die Krankheit bisher nicht aufgetreten ist. Der gefundene Serotyp 8 des Virus verursacht bei infizierten Rinder keine Krankheitserscheinungen, sondern nur bei Schafen. Das Virus kann 60 Tage im Blut vorhanden sein. Eine Übertragung findet durch Stechmücken statt, nicht von Tier zu Tier.


Das niedersächsische Agrarministerium rät Tierhaltern zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit. Sie sollte spätestens vor dem Weideaustrieb durchgeführt werden. Tiere mit wirksamem Impfschutz können im Falle einer Betroffenheit in Niedersachsen aus Restriktionszonen gehandelt werden.

Deutschland verliert Frei-Status
Deutschland hat mit diesem Ausbruch den seit 2012 bestehenden Status „frei von der Blauzungenkrankheit“ verloren. Infolgedessen ist mit Handelsrestriktionen zu rechnen, die gegebenenfalls auch den Drittlandhandel betreffen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) prüft derzeit bilaterale Abkommen mit wichtigen Handelspartnern, um den Kälberhandel weiter zu ermöglichen.

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