az-Seminar: Mälzereien geben sich kompromissbereit

Die Versorgung der Malzindustrie in Deutschland ist auch nach der schwachen Braugerstenernte gesichert. Mälzereien suchen zusammen mit Landwirten nach neuen Modellen für Lieferverträge. In der EU wird es im laufenden Wirtschaftsjahr 2010/11 einen Überschuss von rund 1 Mio. t Braugerste geben. Dieser könnte sich in den kommenden zwei Jahren abbauen, prognostizierte Dietrich Kaiser, Geschäftsführer der Erfurter Malzwerke AG, heute während des Seminars „Nach der Ernte" der agrarzeitung (az) in Erfurt. Etwa 40 Prozent der Braugerste in Thüringen ist nach den Regenfällen während der Ernte durch Auswuchs geschädigt. Nun haben viele Landwirte Schwierigkeiten, ihre Lieferverträge zu erfüllen. Dennoch bemühe sich die Malzwerke Erfurt AG darum, etwa die Hälfte der geschädigten Braugerste als Kompromissgerste anzunehmen und zu verarbeiten.  

Um auch künftig eine zuverlässige Lieferung von Braugerste sowie Malzproduktion sicherzustellen, sucht Kaiser zusammen mit Landwirten derzeit nach neuen Vertragsmodellen. „Das pauschale Vorvertragssystem kann ich mir nicht mehr vorstellen", sagte Kaiser in Erfurt. Möglich seien für ihn Systeme, in denen sich der Braugerstenpreis am Weizenpreis orientiere. Dem neuen Terminkontrakt für Braugerste an der Pariser Börse Matif räumte Kaiser nur eine kleine Chance ein, dass sich dieser am Markt etablieren werde. (da)
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