az-Interview

Agravis-Chef Köckler:"Auch mal Schnellboot sein "


Ein konsequentes Kostenmanagement kündigt der neue Agravis-Chef Dirk Köckler an.
Agravis
Ein konsequentes Kostenmanagement kündigt der neue Agravis-Chef Dirk Köckler an.

Dr. Dirk Köckler ist seit Anfang März neuer Vorstandschef der Agravis-Gruppe. Seine Strategie erklärt er im az-Interview.

agrarzeitung: Sie kennen Agravis bisher aus der Sicht eines Mitbewerbers. Jetzt sind Sie Teil der Agravis-Familie. Wie fühlt sich das an?

Dirk Köckler: Es ist ein anderes – ein neues, starkes, positives Gefühl für mich. Es schwingt auch eine ordentliche Portion Respekt vor der vor mir liegenden Aufgabe mit. Agravis ist schließlich das Schwergewicht im deutschen Agrarhandel und hat das Potenzial, sich im scharfen Wettbewerb zu behaupten.

Ihnen liegt das Thema Wachstum im genossenschaftlichen Verbund am Herzen?

Ja, aber Papier ist ja bekanntlich geduldig und so ein Satz ist auch schnell formuliert – hingegen fordert die Umsetzung von uns allen vollen Einsatz. Unsere Agravis-DNA hängt maßgeblich mit der DNA der Genossenschaften zusammen. Wir müssen – und ich bin mir sicher: wir werden – in der Zweistufigkeit noch enger zusammenrücken. Im Mittelpunkt steht der wirtschaftliche Erfolg. Dafür benötigen wir eine eindeutige, klar mit den Raiffeisen-Partnern zu kommunizierende und gemeinsam entwickelte Genossenschaftsstrategie.

Dazu hat die Agravis in den vergangenen Monaten mit dem Strategieprozess bereits einen wichtigen Grundstein gelegt. Aber: Wir müssen uns das Vertrauen unserer genossenschaftlichen Aktionäre stets neu erarbeiten.

Wie wollen Sie sich dieses Vertrauen dauerhaft sichern?

Wir sind als Agravis-Gruppe gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften auf einem guten Weg. Die Struktur in Landwirtschaft und Agribusiness wird sich jedoch weiter wandeln. Unser Ziel ist klar: Wir wollen gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften der starke Partner im deutschen Agrarhandel sein.

Dazu sind weiterhin ein konsequentes Kostenmanagement, eine klare Kundenfokussierung sowie der Ausbau des operativen Geschäfts nötig. Wir wollen eine gesicherte Profitabilität in allen Bereichen sowie ein stabiles, positives Unternehmensergebnis mit Dividendenfähigkeit, Ergebnisthesaurierung und unternehmerischem Wachstum erreichen.

Wo sehen Sie Agravis in der Zukunft?

Langfristig kann das Ziel nur heißen: weiter wachsen und ordentliche Ergebnisse schreiben. Agravis besetzt kompetent innovative Felder. Trotzdem: Agravis hat natürlich eine gewisse Größe und Behäbigkeit und ist wohl eher ein Tanker als ein Schnellboot. Ich meine, beides ist nötig: Wir müssen auf der einen Seite der verlässliche, solide Tanker sein, auf der anderen Seite müssen wir auch mal die Schnellboote zu Wasser lassen, wenn sich die Chancen auf Erfolg ergeben.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats