az-Serie DSGVO Teil 1b

Was sind personenbezogene Daten?


Friederike Detmering, Rechtsanwältin für Datenschutz in der Kanzlei Reed Smith.
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Friederike Detmering, Rechtsanwältin für Datenschutz in der Kanzlei Reed Smith.

Der verschärfte Datenschutz bezieht sich auf sensible Daten, mit denen ein Bezug zu einer Person hergestellt werden kann. Dabei gibt es durchaus einen Unterschied zwischen Ohrmarke und GPS-Daten, erklärt Rechtsanwältin Friederike Detmering.

Personenbezogene Daten sind alle Informationen, mit denen auf eine Person geschlossen werden kann – sprich Namen, Kennnummern, Standortdaten. Doch können nicht über eine Vielzahl von Zwischenschritten praktisch alle Daten Personen zugeordnet werden? 

Hier gibt die DSGVO zwar eine klare Definition, aber es ist im Einzelfall nicht immer eindeutig, ob es sich tatsächlich um personenbezogene Daten handelt oder nicht. Obgleich beispielsweise Ohrmarken der Identifizierung des Tieres, GPS-Daten der Effizienzsteigerung dienen, erlauben sie eben auch die Identifizierung des Tierhalters beziehungsweise des Fahrers.
Allerdings genügt eine rein theoretische Möglichkeit, andere zu identifizieren, nicht. Ist der Aufwand, sprich Kosten, Zeit, fehlende Technologie, den jemand betreiben müsste, um die Informationskette bis zu der Person zurückzuverfolgen, zu hoch, fallen diese Daten nicht unter die Verordnung zum Datenschutz. Für das Beispiel „Ohrmarke“ gilt: Zwar verfügt die zuständige Behörde über das notwendige Zusatzwissen hinsichtlich Ohrmarken, andere müssten dieses Zusatzwissen allerdings erst erlangen. Da das wirtschaftliche Interesse fremder Personen an der Zuordnung von Ohrmarken meist gering sein wird, ist davon auszugehen, dass Fremde vernünftigerweise nicht versuchen werden, den Tierhalter zu identifizieren.

GPS-Daten hingegen könnten einen größeren Anreiz bieten, da faktisch eine Überwachung des jeweiligen Fahrers möglich ist, was wirtschaftlichen und persönlichen Interessen dienen kann. In diesem Fall könnte der neue Datenschutz zur Anwendung kommen. Das hat Konsequenzen für Landwirte. Wenn Landwirte Angestellte haben, verarbeiten sie zwangsläufig personenbezogene Daten, zum Beispiel für Lohnabrechnungen. Sie sind also „verantwortliche Stellen“ im Sinne des Datenschutzrechts und müssen entsprechende Pflichten erfüllen. Viele nützliche Hinweise für Kleinbetriebe finden sich auf der Seite des Bayerischen Landesamtes für Datenschutz.

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