Baden-Württemberg

Bauerneinkommen auf Erholungskurs


Die Einkommen der baden-württembergischen Haupterwerbsbetriebe haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wieder leicht zulegen können. Hauptgrund sind bessere Preise bei tierischen Erzeugnisse wie Milch und Fleisch.

 


Wie der Präsident des Landesbauernverbandes (LBV), Joachim Rukwied, heute in Stuttgart erklärte, stiegen die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 29,9 Prozent auf 49.860 €. Damit liege Baden-Württemberg aber immer noch 12 Prozent hinter dem Bundesdurchschnitt von 56.833 €, so Rukwied.


Die Ergebnisse im Detail
Für die Futterbaubetriebe ging es 2016/17 um 22,4 Prozent auf 33.635 € bergauf, und für die Gemischtbetriebe um 38,4 Prozent auf 44.364 €. Zu den Verlierern zählen die Ackerbaubetriebe, die mit 33.015 Euro im Schnitt 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr erwirtschafteten. Im Vergleich zu den anderen Produktionsrichtungen nahmen sie laut LBV den letzten Platz im Einkommensranking ein.

Die Ermittlung der Einkommenssituation basiert auf Buchführungsergebnissen von 1.671 landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben in Baden-Württemberg.

„Nach zwei sehr schlechten Jahren haben sich die Einkommen in der Veredlung endlich verbessert“, fasste es Rukwied zusammen. Im Mittel aller erfasster Unternehmen verzeichnete der Verband hier einen Einkommensanstieg auf mehr als das Zweieinhalbfache des Wertes von 2015/16, nämlich 77.874 €. Die Milchviehbetriebe haben ebenfalls ein höheres Ergebnis einfahren können. Hier lag das Plus bei knapp einem Drittel; das Ergebnis bei 56.530 €.

Angesichts der Bedrängnis der Bauern in den Krisenjahren, die durch Steuervorauszahlungen nach guten Jahren noch verstärkt werde, sprach sich Rukwied erneut für eine steuerlich begünstigte Risikovorsorge aus. „Mit dieser Vorsorgemöglichkeit könnten die Betriebe Einkommensschwankungen ausgleichen und damit Risiken minimieren“, betonte der Verbandspräsident.

Die Betriebe im Fokus
Der Arbeitskräfteeinsatz je ausgewertetem Betrieb liegt bei 2 Arbeitskräften je Unternehmen oder 2,7 AK je 100 ha (Familien-AK: unverändert 1,5 Familienarbeitskräfte/Betrieb). Der durchschnittliche AK-Besatz liegt damit in Baden-Württemberg um rund 29 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, der bei 2,1 AK je 100 ha liegt.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche der ausgewerteten Betriebe beträgt knapp 77 ha pro Betrieb. Der Anteil der Pachtflächen liegt im Durchschnitt dieser Betriebe bei 71 Prozent (rund 55 ha). Dieser beträgt im Land 60 Prozent. Die Pachtkosten der ausgewerteten Betriebe betragen etwa 13.750 € pro Jahr (ca. 250 €/ha).

Im Wirtschaftsjahr 2016/17 konnte von den ausgewerteten Haupterwerbsbetrieben rund 11.200 € Eigenkapital gebildet werden. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert (Wirtschaftsjahr 2015/16: 1.150 €). Für eine dauerhafte Sicherung der betrieblichen Existenz empfielt der LBV die anzustrebende Zielgröße von mindestens 10.000 bis 15.000 € je Betrieb.

Die Bruttoinvestitionen, d. h. der gesamte Zugang an Vermögensgegenständen, verringerten sich im Wirtschaftsjahr 2016/17 um etwa neun Prozent und lagen bei 47.400 € je Unternehmen. Die Investitionen in Maschinen nahmen leicht zu (um rund drei Prozent auf ca. 25.200 €). Die Nettoinvestitionen gingen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um über die Hälfte zurück (-52,8 Prozent) und lagen nur noch bei 2.500 €.

In Baden-Württemberg gibt es nach der amtlichen Statistik 40.600 Betriebe (Agrarstrukturerhebung 2016). Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt ca. 35 ha (D: knapp 61). Die überwiegende Mehrheit (89 Prozent) der landwirtschaftlichen Betriebe wird als Familienbetrieb, als sogenanntes Einzelunternehmen, geführt. In Baden-Württemberg wirtschaften 13.500 Betriebe im Haupterwerb (33 Prozent) und 22.500 im Nebenerwerb (56 Prozent).

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