Baden-Württemberg

Genossen im Süden legen leicht zu

Ländlich geprägt: Etwa jeder dritte Baden-Württemberger lebt im Ländlichen Raum. Rund 149 Einwohner kommen damit auf einen Quadratkilometer. Im deutschen Landesdurchschnitt sind es doppelt so viele.
Foto: mlr
Ländlich geprägt: Etwa jeder dritte Baden-Württemberger lebt im Ländlichen Raum. Rund 149 Einwohner kommen damit auf einen Quadratkilometer. Im deutschen Landesdurchschnitt sind es doppelt so viele.

In Baden-Württemberg verzeichnen die landwirtschaftlichen Genossenschaften zwar einen Rückgang bei den Mitgliedern. Der Umsatz weist aber ein Plus von mehr als 3 Prozent aus.

Die 326 landwirtschaftlichen Genossenschaften in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr einen Umsatzanstieg von 3,4 Prozent auf 3,53 Mrd. € verzeichnet. Zuwächse gab es beim Viehhandel und in der Milchwirtschaft. Rückgänge waren witterungsbedingt bei Obst und Gemüse zu verzeichnen. Stabil blieben die Umsätze in der allgemeinen Warenwirtschaft und bei Wein. Die Zahl der Mitglieder verringerte sich bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften um 3.000 auf 101.700.

In der allgemeinen Warenwirtschaft blieben die Erlöse der 44 Genossenschaften (inklusive des Warengeschäfts der Genossenschaftsbanken) konstant auf Vorjahresniveau bei 1,06 Mrd. €. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften haben 2017 rund 545.000 t Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und andere Feldfrüchte erfasst. Das sind 5,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr.  

Für die Milcherzeuger und ihre Molkereien ging es nach den Krisenjahren 2015 und 2016 im vergangenen Jahr wieder deutlich bergauf. Die Umsätze der sechs genossenschaftlichen milchverarbeitenden Betriebe in Baden-Württemberg stiegen 2017 um 16 Prozent auf 792 Mio. €. Die Milchanlieferungen im Südwesten lagen mit insgesamt 2,3 Mio. t in Summe auf dem Niveau des Vorjahres.

Kennzahlen
633 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften zählt das Land Baden-Württemberg. 326 sind davon landwirtschaftliche Genossenschaften. 2016 waren es mit 639 noch insgesamt sechs mehr. 
Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg ist aber um knapp 24.000 gewachsen. Dazu haben vor allem Neugründungen im Energiesektor beigetragen. Insgesamt gibt es 3,92 Millionen Genossenschaftsmitglieder.

Hauk bevorzugt Rechtform der Genossenschaften

„Genossenschaften sind wichtige Partner für die Land- und Forstwirtschaft“, stellt der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk fest. So hätten beispielsweise genossenschaftliche Lösungen im Holzverkauf auch mit Blick auf das Kartellverfahren schon früher für Wettbewerb gesorgt, so der Minister. Hintergrund ist die als wettbewerbswidrig eingestufte bisherige Praxis der Holzvermarktung über eine staatliche „Forst BW“ durch das Oberlandesgericht Düsseldorf. Sollte der Bundesgerichtshof dies bestätigen, sei eine Neuregelung erforderlich. Die Rechtsform böte gerade in der Land- und Forstwirtschaft große Chancen für die Zukunft, so Hauk.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. EU-BAUER Klaus1618
    Erstellt 10. April 2018 08:49 | Permanent-Link

    Mir fehlt in diesem Bericht eine, DIE maßgebliche Kenngröße schlechthin: Anzahl der Mitarbeiter, die das eigene täglich Brot im Genossenschaftswesen generieren. Welche Lohnsummen werden denselben generös seitens der Mitglieder zubebilligt. Sind diese Daten und Fakten in den jeweiligen Bilanzen nicht detailliert erfasst und entsprechend ausgewiesen!? Staatlicherseits wird immerhin von allen Bauern jeder Tierschwanz, jeder Quadratzentimeter akribisch erfasst, „verwaltet“ und stellenweise nahezu schon täglich analysierend medial ausgeschlachtet. - Cambridge Analytica lässt grüßen!

    Kaum mehr hinnehmbar ist das aktuelle Dilemma der Bauern, wie elitär herablassend sich die dort Beschäftigen gebärden, nicht selten jeden Respekt missen lassend; angefangen in den untersten Hierarchien bis hinein in die jeweiligen Manager-Chefetagen, je höher man in die dortigen Rangordnungen vordringt, um so auffälliger wird ein solches Verhalten.

    Die systematisch filigran entwickelten Mechanismen, dass jegliche konstruktive Kritik in entsprechender Besetzung der jeweiligen „demokratisch gewählten“ Kontrollgremien gnadenlos unterdrückt wird, ist nicht nur ein Phänomen, das Europas größten Agrarhändler in Mittlerfunktion auszeichnet. Fortschrittlich Andersdenkende werden durchweg denunziert, sofern man selbige nicht systemkompatibel auf Linie bringen kann.

    Diejenigen Bauern, denen gnädigst Einlass in die entsprechenden Aufsichtsräte gewährt wird, sind bereits im Vorfeld mit einem entsprechenden demütig abnickenden „Ja-Sager-Gen“ ausgestattet. Nicht selten sind diese Bauern in Folge Dauerpatient beim ortsansässigen Orthopäden, weil der 6. Halswirbel dabei extremen Zusatzbelastungen ausgesetzt ist. - Nun ja, Defekte an der Halswirbelsäule sind in der Landwirtschaft zumindest von den zuständigen BERUFSGENOSSENSCHAFTEN als Berufskrankheit zumindest anerkannt. ;-) Er zieht sich durch, dieser rote Faden!

    Vielleicht sollte sich Horst Hermannsen auch dieser Thematik einmal kritisch durchleuchtend widmen, immerhin tragen in einem der reichsten deutschen Bundesländer die dort angesiedelten Bauern durchgängig die rote Laterne im Einkommens-Ranking. - Das kommt doch nicht von ungefähr!

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