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Berüchtigter Investor befeuert Aktienkurs


Seit der Monsanto-Übernahme stehen Ruf und Aktie von Bayer unter Druck.
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Seit der Monsanto-Übernahme stehen Ruf und Aktie von Bayer unter Druck.

Der US-Hedgefonds Elliott macht sein Engagement bei Bayer öffentlich und äußert sich lobend zur neuen Strategie im Umgang mit den Glyphosat-Prozessen. Der Aktienmarkt applaudiert.

Am Montag startete der Aktienkurs der Bayer AG mit 55,06 € in die Handelswoche. Am frühen Freitagnachmittag ist das Papier 60,82 € wert. Der deutliche Anstieg der Bayer-Aktie wird von Finanzmarktkennern damit begründet, dass der US-amerikanische Hedgefonds-Investor Paul Elliott Singer bei Bayer eingestiegen ist. Als der Einstieg des unter Konzernmanagern durchaus gefürchteten Hedgefonds am Donnerstag bekannt wurde, legte die Bayer-Aktie um satte 10 Prozent zu.

Von Elliott beratene Fonds halten nach Angaben des Investors Aktien und wirtschaftlich entsprechende Instrumente an Bayer in einem Gesamtwert von 1,1 Mrd. €. Der Investor äußert sich lobend zu den Plänen des Bayer-Aufsichtsrates für den Umgang mit dem „Rechtskomplex Glyphosat“ geäußert. Das Kontrollgremium des Leverkusener Konzerns hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, einen Ausschuss im Aufsichtsrat einzurichten, der in Fragen rund um die Prozessstrategie zu Glyphosat berät. Außerdem beauftragt der Konzern den mit Produkthaftungsklagen vertrauten US-Anwalt John Beisner als Berater. Finanzinvestor Elliott lobt in seinem Statement von Mittwoch den nun offenbar eingeläuteten Strategiewechsel und lässt Präferenzen für einen Vergleich von Bayer mit Glyphosat-Klägern erkennen. In den USA sieht sich der Bayer-Konzern mit rund 13.400 Klagen wegen des umstrittenen Pflanzenschutzwirkstoffes konfrontiert.

Gerüchte über Abspaltung

Der Investor Elliott, so die Spekulationen am Markt, könnte nun darauf drängen, dass der Bayer-Konzern sich aufspaltet in eine Pharma- und eine Agrarsparte. Dazu wird eine Passage aus dem Statement zitiert, wonach der aktuelle Aktienkurs nicht den Wert des Bayer-Konzerns und dessen Einheiten spiegele.  Elliott hatte schon mehrere Großkonzerne zu Veränderungen gedrängt. So habe der Investor Thyssen Krupp zu einem schnelleren Konzernumbau bringen wollen, berichtet die Wirtschaftswoche online. Daraufhin schmissen wichtige Manager ihre Posten hin. Den französischen Getränkehersteller Pernod Ricard hat der Fonds zu Erwägungen gedrungen, seine Weinsparte abzustoßen, berichtet das Manager Magazin von entsprechenden Marktspekulationen.

Unterdessen sieht sich Bayer mit erneuter Negativpresse rund um die sogenannten Monsanto-Listen konfrontiert. Die taz berichtet in ihrer Freitagsausgabe, dass der Bayerr-Konzern entgegen eigenen Angaben nicht alle betroffenen Personen informiert habe, die auf den Listen mit Glyphosat-Gegnern und Befürwortern stehen. Diese Listen hatte die heutige Bayer-Tochter Monsanto vor wenigen Jahren durch eine PR-Agentur für Deutschland, Frankreich und andere EU-Ländern anfertigen lassen hatte. Die taz beruft sich auf eigene Recherchen bei acht betroffenen Personen hierzulande.

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