Bayer Forward Farming

Selterhof vierter im Bunde

Petra und Wilhelm Bohnsack engagieren sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
Foto: db
Petra und Wilhelm Bohnsack engagieren sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
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Die vierte deutsche Forward Farm von Bayer ist am Start. Der konventionelle niedersächsische Ackerbaubetrieb bringt Öko-Erfahrung mit.

Die Familie Bohnsack bewirtschaftet 230 ha Ackerfläche im niedersächsischen Erzhausen. Das zu Einbeck gehörende Dorf befindet sich im Leinetal, gut 40 km nördlich von Göttingen. Die Böden mit durchschnittlich 70 Bodenpunkten sind überwiegend ertragreich, es gibt aber auch schwache Standorte. Jetzt bringt Wilhelm Bohnsack seine langjährige Ackerbauerfahrung in das Forward-Farming-Netzwerk von Bayer Crop Science ein. Seine Motive erläuterte er am Freitag auf seinem Hof bei einer feierlichen Eröffnung, zu der neben den Unternehmensvertretern auch zahlreiche Gäste aus der niedersächsischen Agrarberatung und dem Ministerium sowie vom Landvolk und dem Agrarhandel gekommen waren.
Vier Forward-Farmen in Deutschland
Der Bayer-Konzern verfolgt mit seinem Forward-Farming-Konzept die Absicht, moderne und nachhaltige Methoden in der landwirtschaftliche Praxis zu etablieren und sie auch einer breiten Öffentlichkeit verständlich machen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Biodiversität, der Bienengesundheit, dem Gewässerschutz und dem Anwenderschutz. Mittlerweile gehören in Deutschland vier Betriebe zum Netzwerk. Es handelt sich um den Damianshof im Rheinland, die Agro-Farm in Nauen bei Berlin, den bayerischen Nebenerwerbsbetrieb Wasmayr Hof sowie jetzt neu den niedersächsischen Selterhof. Global sind 24 Betriebe eingebunden, der jüngste davon wurde kürzlich nahe Peking etabliert.
Bohnsack stellt schon lange standardisierte Verfahren auf den Prüfstand. Zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachen führt er seit Jahren Feldversuche auf seinen Äckern durch. Seine Experimentierfreudigkeit belegt auch eine fünfjährige Phase als Naturland-Betrieb. Zwischen 2013 und 2018 hat er die Eignung seines Standortes für die Ökoerzeugung getestet. Ausgestiegen ist er unter anderem deswegen, weil es für den passionierten Zuckerrübenanbauer schwierig war, auf den zum Teil erosionsgefährdeten Böden geeignete Hackfrüchte zu etablieren. Dennoch möchte der Landwirt die Erfahrungen nicht missen. „Es liegt mir am Herzen, das Beste aus konventioneller und ökologischer Wirtschaftsweise zu verbinden“, sagt Bohnsack heute. Jetzt freut er sich, im Forward-Farming-Netzwerk weitere Ansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln.

Nachhaltigkeit als Zukunftssicherung

Seine Ehefrau Petra Bohnsack unterstützt das Projekt aus voller Kraft. „Wir leben von und mit der Landwirtschaft“, sagt die Mutter von vier Kindern, die zusammen mit ihrem Mann den Hof weiterentwickeln möchte. „Nachhaltigkeit bedeutet auch Zukunftssicherung“, lautet ihre Überzeugung, die sie stärker in die Öffentlichkeit tragen möchte. Der Präsident des niedersächsischen Landvolks Holger Hennies pflichtete am Freitag in Erzhausen dem Landwirteehepaar bei: „Wir brauchen eine moderne Landwirtschaft, damit die junge Generation Interesse an dem Beruf gewinnt.“

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