Bayer-Monsanto

Bayer und Monsanto tauschen Manager aus

Zur Zukunft der Landwirtschaft hat Liam Condon klare Vorstellungen.
Foto: Bayer
Zur Zukunft der Landwirtschaft hat Liam Condon klare Vorstellungen.

Bald kann die Integration von Monsanto in den Bayer-Konzern beginnen. Der Chef der Agrarsparte erläutert in einem Interview, wie er den Ruf verbessern will und wie es mit der Agrarchemie weitergeht.

Liam Condon meint, dass der schlechte Ruf von Monsanto in Europa vom früheren Umgang mit der grünen Gentechnik herrührt. „Weil Europa als Markt nicht so bedeutend für Monsanto war, hat das Unternehmen irgendwann aufgehört, sich hier um die Reputation zu kümmern“, analysiert der Chef der Bayer-Agrarsparte im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und ergänzt: „Das war ein Fehler.“ Er verspricht, künftig verstärkt einen offenen gesellschaftlichen Dialog zu führen, insbesondere mit den Kritikern.

Bereits angekündigt hat Condon, dass der Firmenname Monsanto künftig verschwinden wird.

Den Wegfall des Namens hält Condon auch in den USA für wenig problematisch, weil dort die Identifikation der Kunden und Mitarbeiter eher über die Marken laufe. Monsanto vereinigt neben dem Totalherbizid Roundup eine Vielzahl von Saatgutmarken unter seinem Dach, darunter die auch in Europa verbreitete Marke Dekalb.

Zur Integration, die beginnen soll, sobald die Verkäufe an BASF abgeschlossen sind, sagt Condon, dass sich die Führungsmannschaft aus Bayer- und Monsanto-Managern zusammensetzen soll. Einige müssten auch umziehen – und zwar in beiden Richtungen. „Wir holen Monsanto-Manager zu uns und schicken erfahrene Bayer-Manager nach St. Louis“, konkretisiert der Chef der Bayer-Agrarsparte im Interview.

„Es geht darum, Landwirten ein gesundes Feld zu verkaufen – gegen eine Pauschale pro Hektar. “
Liam Condon, Chef von Bayer Cropscience, 
Zur künftigen strategischen Ausrichtung kündigt Condon an, dass Bayer für alle Anbauformen Produkte bieten möchte. Das müsse aber nicht immer Chemie sein. „Es geht mehr und mehr darum, den Landwirten nicht nur Mittel A oder Mittel B zu verkaufen, sondern ein gesundes Feld – gegen eine Pauschale pro Hektar“, so der Bayer-Agrarchef. Sein Unternehmen werde einfache Lösungen genauso anbieten wie Komplettlösungen, je nach Bedürfnis des Landwirts.

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