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Mehr als 9.000 Klagen wegen Glyphosat

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Die Übernahme von Monsanto beschert Cropscience im 3. Quartal ein höheres Ergebnis. Doch die Klagewelle in den USA gegen Glyphosat ebbt nicht ab.

Der Ärger um Glyphosat setzt dem Bayer-Konzern weiter zu. Etwa 9.300 Kläger hätten im Zusammenhang mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat bis zum 30. Oktober in den USA Klagen zugestellt, teilte der Konzern am Dienstag bei Veröffentlichung seiner Quartalsbilanz mit. „Wir sind unverändert davon überzeugt, gute Argumente zu haben, und wir beabsichtigen, uns in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen“, betonte Bayer-CEO Werner Baumann. Im Fall Johnson handele es sich um ein einziges erstinstanzliches Urteil, das keine bindende Wirkung für die anderen Verfahren habe, so Baumann weiter. „Bayer hält das Urteil für falsch und wird deshalb Berufung beim California Court of Appeal einlegen“, bekräftigte der Konzern.

Der US-amerikanische Schulgärtner Dewayne Johnson führt seine Krebserkrankung auf die Anwendung von Glyphosat zurück, hatte gegen die Bayer-Tochter Monsanto geklagt und in einem ersten Urteil 289 Mio. US-$ Schadenersatz zugesprochen bekommen. Glyphosat sei bei sachgemäßer Anwendung sicher, betonte Bayer bei Vorstellung der Quartalsbilanz erneut.

Ergebnissprung durch Akquisition

In der Quartalsbilanz dagegen macht sich die umstrittene Monsanto-Akquisition positiv bemerkbar.  Das Ergebnis Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 25,7 Prozent im Vorjahresvergleich auf 386 Mio. €. „Der Ergebnisanstieg ist insbesondere auf den Beitrag des neu akquirierten Geschäfts in Höhe von 255 Millionen Euro zurückzuführen“, sagte Baumann. Der Konzern gab zudem bekannt, dass die Integration von Monsanto „erfolgreich“ begonnen habe.

Der Umsatz von Cropscience hingegen ging währungs- und portfoliobereinigt um 9,5 Prozent auf  3,7 Mrd. € zurück. Rund 2,2 Mrd. € steuerte nach Bayer-Angaben „das akquirierte Geschäft“, also Monsanto, zum Umsatz bei. Etwa 100 Mio. € spülten die aus kartellrechtlichen Gründen an BASF veräußerten Geschäfte bis zum Abschluss der Desinvestitionen im August in die Kassen. „ Deutliche Zuwächse“ verbucht Cropscience bei Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Sojabohnensaatgut. Bei Pflanzenschutz ging der Absatz mit Fungiziden und Insektiziden aufgrund des trockenen Wetters in Europa zurück.  Bei Herbiziden profitierte Cropscience von höheren Preisen und Absätzen in den Regionen Latein- und Nordamerika.

Konzernweit stieg der Umsatz im 3. Quartal währungs- und portfoliobereinigt  um 1,9 (nominal 23,4) Prozent auf 9,9 Mrd. €. Das Ebitda vor Sondereinflüssen ging  mit 2,2 Mrd. € (minus 0,1 Prozent) leicht zurück.

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