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Zweifel an Angaben zu Monsanto-Listen


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In die Image-Krise rund um die Bayer-Tochter Monsanto kommt keine Ruhe. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) äußert laut einem Medienbericht Skepsis an der Aufarbeitung der Affäre rund um die Listen über Gegner und Befürworter von Glyphosat in Deutschland.

Der DJV bezweifelt laut einem Bericht der Tageszeitung „taz“ von Dienstag, dass auf der Liste über Glyphosat-Gegner und -Befürworter in Deutschland keine Journalisten stehen. „Wenn die Listen den Zweck hatten, Meinungsbildner zu beeinflussen, ist das sehr unwahrscheinlich“, teilte ein DJV-Sprecher demnach auf Anfrage der taz mit. Es sei auch wenig wahrscheinlich, dass anders als in Frankreich keine Privatadressen oder Hobbies dieser Personen gespeichert wurden, so der DJV-Sprecher weiter.

Monsanto hatte die Agentur Fleishman-Hillard damit beauftragt, Listen über Interessenvertreter zu Glyphosat in Europa zu erstellen. Diese geheimen Register waren vor wenigen Wochen in Frankreich aufgetaucht. Der Bayer-Konzern in Leverkusen hatte daraufhin die Anwaltskanzlei Sidley Austin damit beauftragt, die Vorfälle aufzuarbeiten.

Bayer teilte Anfang der Woche mit, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand „weder Journalisten noch sensible private Daten auf den deutschen Listen standen“, berichtet die taz weiter. Auf der französischen Liste hingegen tauchten Industrie- und Verbandsvertreter, Politiker, Lobbyisten und eben auch Journalisten auf. Sie wurden 2016 mit Privatadresse, Telefonnummer und Hobbies gelistet. Insgesamt seien 600 Personen aus Deutschland und Frankreich auf den „Monsanto-Listen“ geführt. Bayer äußere sich nicht dazu, wie viele Personen in Deutschland betroffen seien.

Die Berichterstattung der taz erfolgt wenige Tage, nachdem der Bayer-Konzern mit einer groß angelegten Image-Kampagne mit ganzseitigen Anzeigen in der Tagespresse die Flucht nach vorne gewagt hatte. Unter dem Titel „Wir haben verstanden“ teilte der Konzern mit, sich in vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Interessenvertretern den Vorbehalten zur Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto gestellt zu haben. Die Leverkusener kündigten an, in die Erforschung von Alternativen zu Glyphosat zu investieren, aber gleichzeitig an dem umstrittenen Wirkstoff festhalten zu wollen. Außerdem sollen Journalisten, Wissenschaftler und NGO an dem Antragsprozess zur Wiederzulassung von Glyphosat in Europa beteiligt werden. Bayer kündigte zudem an, die Leitlinien zum Umgang mit Journalisten, Politikern und anderen Interessenvertretern zu verschärfen, mit Blick auf Fairness und Transparenz.

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