Baywa

Ertragsprognosen aus dem All


Smart-Farming-Lösungen werden sich mehr und mehr durchsetzen in der Landwirtschaft, erwartet die Baywa.
Foto: Baywa AG
Smart-Farming-Lösungen werden sich mehr und mehr durchsetzen in der Landwirtschaft, erwartet die Baywa.

Noch vor der Ernte mit Hilfe von Satelliten das Ertragspotenzial von Getreide mit hoher Genauigkeit vorhersagen und dieses Wissen für die Logistik-Planung nutzen: Das erproben die Münchener seit der laufenden Erntesaison in einem Pilotprojekt. Eine zweite Phase ist geplant.

Smart-Farming-Lösungen gehen über bloße Ansätze der Präzisionslandwirtschaft wie die teilflächenspezifische Düngung hinaus. Die Baywa AG in München hat vor der Ernte 2018 ein Pilotprojekt mit ihren Tochterunternehmen Vista GmbH gestartet. Dabei geht es darum, mithilfe von Daten der Sentinel-2-Satelliten aus dem Copernicus-Programm der EU-Weltraumbehörde Esa das Ertragspotenzial für Kulturen wie Weizen, Mais und Raps zu bestimmen. Das soll bis auf regionale Standorte heruntergebrochen werden können.

„Die Satellitenbilder liefern die Rohdaten. Im Zusammenspiel mit Algorithmen, die diese zum Beispiel mit historischen Wetter -, Boden und Ertragsdaten abgleichen, werden die Prognosen erstellt“, erläuterte Jörg Migende, Chief Digital Officer der Baywa AG, bei einem Pressegespräch am Dienstag in Frankfurt. Besonders treffsicher sind die Prognosen rund zwei Wochen vor Erntebeginn, heißt es von der Vista GmbH, die auf Basis von Satellitendaten digitale Lösungen, etwa im Bereich Smart Farming, entwickelt. Die Genauigkeit der Prognosen liegt den weiteren Angaben nach bei 95 Prozent.

Auch Landwirte und Verarbeiter profitieren von Analysen

Die Baywa plant, das Projekt 2019 fortzuführen und auf weitere Kulturen auszudehnen. Zunächst kommt es konzernintern zum Einsatz, etwa bei der Planung der Logistik der Agrarhandels-Tochter Cefetra. „Wir können bestimmen, wo welche Volumina in welcher Qualität geerntet werden. Handelsströme werden genauer prognostizierbar“, sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der Baywa AG. Auch die Planung der Lagerkapazitäten werde erleichtert.

Die Münchener sehen aber auch über die Handelsstufe hinaus Nutzen dieser Prognosen und somit auch ein weiteres Geschäftsmodell im Bereich der Smart-Farming-Lösungen: So können Landwirte bei frühzeitiger und genauer Einschätzung der Erntemengen ihre Vermarktung besser planen. Verarbeiter wie Mühlen oder Mischfutterhersteller können über die tiefergehende Analyse von Satellitendaten Aufschluss über Qualitäten der Ware erhalten.

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  1. EU-BAUER Klaus1618
    Erstellt 19. September 2018 09:31 | Permanent-Link

    Ganz neue, herausragende Erkenntnisse, dass Ceo Lutz die BayWa-Interessen derart im Fokus hat.

    Wer braucht aber, wie von ihm gemutmaßt, selbige Überkapazitäten vom Acker? Für die Bauern fortwährend ermüdende Realitäten, die sich u.a. in einem nach wie vor desaströsen Weizenpreis in Anbetracht immer noch vorherrschender Dürre und einer damit einhergehenden Missernte im Verlauf in weiten Teilen Europas abbilden lassen, selbst angesichts der aktuellen Frostschäden im Westens Australiens bleibt das stets mit unzähligen Daten und Fakten „gefütterte“ volatile Weltmarktgebilde zu Lasten sämtlicher Bauern weitgehend stabil, das jeweilige Erzeugerpreisniveau von jeder weiteren Katastrophe nahezu unberührt.

    Warum ist das so, hochverehrter Herr Lutz?

    Für die Bauern ist das Philosophieren aus vielen dazu überaus berufenen Mündern über Digitalität, Luftraum-Satellitenüberwachung unserer Höfe etc. pp. nicht nur gefühlt ein weiteres sicheres Geschäftsmodell, das einzig dazu dienen soll, des Bauern Bestes - unsere „Moneten"- von unseren Höfen abzukassieren.

    Was wir Bauern allerdings wirklich brauchen sind vernünftige langfristige Wetterprognosen. Warum, hochverehrter Herr Prof. Lutz, können wir selbige bei Ihnen nicht verbindlich bestellen?

    Erstaunlich widerläufig im übrigen angesichts obiger Einlassungen, wieviel Lagerkapazitäten Europas größter Obst- und Getreidehändler gerade innerhalb bayerischer Grenzen im Verlaufe der letzten Jahre eliminierte. Nun, vielleicht insofern nachvollziehbar, dass man imaginäre Papiermengen weitaus simpler und kostensparender digital verwalten kann, das wohl.

    Gerade erst hat der Geschäftsführer des Brauerbundes vom Höhenflug unserer Braugerste geschwofelt und einen Malzpreis von 7-8 Cent pro Liter Bier medial kommuniziert, um die nächste Preissteigerungswelle für dieses Endprodukt mehr oder weniger sensibel im Vorfeld zu rechtfertigen. Leider waren dabei seine eigenen Rechenkünste etwas überstrapaziert. Aus einer Dezitonne Braugerste lassen sich um die 500 Liter Bier generieren; sollte vorstehendes Rechenmodell nur ansatzweise stimmen, so läge der Erzeugerpreis für Braugerste bei 40-50,00 Euro pro Dezitonne. Demgegenüber die Realität: In den Vorkontrakten für 2018 hat man den Bauern keine 20 €/dt zugestanden, derzeit -trotz knapper Versorgung, aktuell sind keine weitere Mengen am Markt schwerlich verfügbar- dümpelt man noch immer bei einem Erzeugerpreis unter 25,00 €/dt, Vorkontrakte für 2019 bewilligen derzeit z.B. 22,50 €/dt. Also, bitte schön die Kirchen in den jeweiligen Dörfern belassen. Das Agribusiness macht hier, exemplarisch aufgezeigt, den kräftigsten Reibach, die Bauern schauen auch fernerhin betriebswirtschaftlich extrem bedröppelt aus ihrer Wäsche!

    Hat Ceo Lutz im übrigen bei all seiner innovativen Beflissenheit, ganzheitliche Lösungsmodelle zu kreieren seitens des eigenen Konzerns mit weltweit herausragender Leuchtturmfunktion, schon realisiert, in welchem katastrophalen Zustand sich unsere Weltmeere befinden, mit Plastikfluten überfrachtet -von Menschenhand gemacht- und damit brutalst verseucht.

    Es gibt Sie bereits, die „Chaoten“ in Reihen der konventionellen Landwirtschaft, die gerade auch Ihrem Hause signalisieren, dass man bereit ist, diesem Problem mit zu Leibe rücken zu wollen, Linol- bzw. Linolensäuren zu erzeugen, aufgebaut auf Omega-3- und Omega-6-Komplexen. Ein Lösungskonzept von vielen, um unseren mannigfaltigen ökologischen Problemfeldern begegnen zu wollen. - Mit welchem Widerhall, hochverehrter Herr Lutz? Es wird auch in Ihrem Hause diesbezüglich gemauert was das Zeug hält, man ist nicht bereit, sich diesen Erfordernissen stellen zu wollen. Wie auch, wenn man sich geistig vollkommen abgehoben in ganz anderen Sphären bewegt.

    Der gesamten Menschheit dienen Sie damit nur bedingt wenig - dem Agribusiness an sich halten Sie selbstredend aber regelrecht die Stange in bestens geübter Kontinuität. Wie das wohl dereinst unsere Kinder und Kindeskinder zu bewerten wissen...!? Nun, da sind Sie und Ihresgleichen ja glückerlicherweise bereits längst berentet, vielleicht auch, wie wir alle dereinst, schon längst Geschichte... - Nach uns die Sintflut!?

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