Baywa

„Light Asset Investment“ in der Oberpfalz


Beim Spatenstich: (v.l.) Christian Beer, Baywa Leiter Kompetenzregion Nabburg; Marcus Pöllinger, designiertes Vorstandsmitglied; Martin Kiener, Investor; mit weiteren Mitgliedern der Investorenfamilie und am Bau beteiligten Personen.
Foto: Baywa AG
Beim Spatenstich: (v.l.) Christian Beer, Baywa Leiter Kompetenzregion Nabburg; Marcus Pöllinger, designiertes Vorstandsmitglied; Martin Kiener, Investor; mit weiteren Mitgliedern der Investorenfamilie und am Bau beteiligten Personen.

Einen neuen Standort lässt die Münchner AG durch einen Investor bauen, um ihn anschließend zurückzumieten. Damit wird die Ankündigung dieser Strategie im deutschen Agrargeschäft gelebte Praxis. 

Die vom Baywa-Vorstand ausgelobte „Light Asset Investment“-Strategie findet jetzt auch praktische Anwendung in der Oberpfalz: Dort lassen die Münchner jetzt ein so genanntes Agrar-Kompetenzzentrum durch einen Investor bauen. Die Baywa werde den Standort in Wernberg-Köblitz langfristig zurückmieten, wie das Unternehmen am Donnerstag anlässlich des ersten Spatenstiches für das Bauprojekt mitteilte. 



Erst kürzlich hatte Vorstandschef Klaus Josef Lutz im Gespräch mit der agrarzeitung (az) geäußert, dass die Baywa künftig auch im deutschen Agrargeschäft auf eine schlanke Kapitalstruktur setzen will. Heißt konkret: Statt finanzielle Mittel durch den Besitz von Standorten zu binden, sollen diese ins operative Geschäft investiert werden. Ein Standort würde dann durch die „Grüne AG“ entweder langfristig oder auch saisonal angemietet. Auch bei der Konzernzentrale in München ist die Baywa inzwischen nur noch Mieter. 

Im aktuellen Beispiel investiert die Familie Kiener in den Neubau des so genannten Kompetenzzentrums in der Region Mittlere Oberpfalz: Er umfasst laut Planung rund 8.000 Quadratmeter Gesamtfläche, einen Getreidelagerraum mit einer Gesamtkapazität von 5.200 t, ein Düngemittellager mit einer Kapazität von 2.300 t sowie ein Stückguttlager mit 800 Quadratmeter Fläche und Bürogebäude. 

Neubau soll im Herbst 2019 fertig sein

„Die Unverzichtbarkeit der Landwirtschaft sowie die steigenden Erwartungen an diese Branche sind wesentliche Beweggründe für diese Investition“, begründet Martin Kiener, ortsansässiger Unternehmer und nebenberuflicher Ackerbauer, das Engagement der Investorenfamilie. Bereits im Herbst 2019 soll der Neubau fertiggestellt sein, ein Teileinzug ist laut Baywa bereits im Sommer geplant. 

Die Baywa überprüft derzeit ihr Standortnetz im deutschen Agrarhandel. Von weniger profitablen Anlagen will die AG sich trennen. Wo sie Profitabilität erwartet, will sie Standorte ausbauen zu "Kompetenzzentren", oder eben neue errichten. Für Wernberg-Köblitz sprechen laut Meinrad Wimmer, Spartengeschäftsführer Agrar in Ostbayern, unter anderem die Verkehrsanbindungen: eine "gute Anbindung" an den Fernverkehr böte der Anschluss an die Autobahnen A6 und A93: Das erleichtere Anlieferung und Abtransport von Agrargütern und den Fernverkehr. Er verheißt künftigen Kunden kurze Wartezeiten: "
Beim Spatenstich: (v.l.) Christian Beer, Baywa Leiter Kompetenzregion Nabburg; Marcus Pöllinger, designiertes Vorstandsmitglied; Martin Kiener, Investor; mit weiteren Mitgliedern der Investorenfamilie und am Bau beteiligten Personen.
Foto: Baywa AG
Beim Spatenstich: (v.l.) Christian Beer, Baywa Leiter Kompetenzregion Nabburg; Marcus Pöllinger, designiertes Vorstandsmitglied; Martin Kiener, Investor; mit weiteren Mitgliedern der Investorenfamilie und am Bau beteiligten Personen.
Durch die Automatisierung bei der Erfassung werden wir am neuen Standort bis zu 150 Tonnen Getreide pro Stunde annehmen können."

Bekenntnis zur Region

Marcus Pöllinger, designierter Vorstand und Verantwortlicher für das Agrargeschäft in Deutschland, will die Investition als Bekenntnis zur Region verstanden wissen: „Damit werden wir den Anforderungen unserer Kunden an einen modernen Agrar-Standort gerecht.“ Dennoch stehe die Landwirtschaft international vor einem "starken Wandel" aufgrund der Digitalisierung: "Neben der Entwicklung neuer digitaler Vertriebs- und Vermarktungskonzepte bleibt für uns die persönliche Präsenz vor Ort auch in Zukunft wichtig", betonte Pöllinger anlässlich des Spatenstichs. 




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