Baywa

Zu komplex für die Deutschland-Brille


Baywa-Chef Lutz: "Der deutsche Agrarhandel gehört zur DNA der Baywa."
Foto: Baywa AG / Falk Heller
Baywa-Chef Lutz: "Der deutsche Agrarhandel gehört zur DNA der Baywa."

Die Münchner AG sieht sich künftig als „Light Asset Investor“ und will so am Kapitalmarkt punkten. Strategisch wähnt sich Baywa-Chef Klaus Josef Lutz auf Kurs.

Als eine der „größten strategischen Herausforderungen“ der Baywa betrachtet es der Vorstandsvorsitzende, „Hunderte Millionen von Euro in Assets wie Siloanlagen gebunden haben, die nicht arbeiten und die auch nicht entsprechend rentabel sein können, weil zum Beispiel die Ernte nun einmal nur ein paar Wochen im Jahr läuft.“ Das sagte Lutz im Interview mit der agrarzeitung (az). Danach stünden die Lager leer, wenn es sich nicht gerade um Betriebsmittel-Standorte handele, fügte er hinzu. Die Antwort darauf. „Light Asset Investments“. Praktisch umgemünzt auf den Agrarhandel kann das unter anderem heißen, Silos nur während der Erntezeit anzumieten.

Der Baywa-Chef betonte, das deutsche Agrarhandelsgeschäft sei nach wie vor ein „wesentlicher Teil der DNA der Baywa“ – auch wenn es sich um ein kleinmargiges Geschäft handele. Kritik am Globalisierungskurs der „Grünen AG“ in den vergangenen Jahren tritt Lutz mit der Feststellung entgegen, man könne das „hochkomplexe“ Agrarhandelsgeschäft der Baywa nicht alleine durch die „Deutschland-Brille“ beurteilen.

Das vollständige Interview lesen Sie in der agrarzeitung (az) 38 vom 21. September. 

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 21. September 2018 08:39 | Permanent-Link

    Unser bäuerliches Grundübel resultiert daraus, dass wir zwischenzeitlich mittels entsprechend gigantischer, insbesondere kapitalfressender Erntetechnik imstande sind, die alljährliche Ernte innerhalb Deutschlands Grenzen in nur einer Woche einfahren zu können. Deshalb ist unser Getreide auch zum desaströsen Ramschprodukt verkommen, den Reibach machen durchgängig in rasanten Fließgeschwindigkeiten einzig andere.

    Was aber fangen nun die Bauern das restliche Jahr über mit dieser Hochleistungstechnik an? Muss man demzufolge gerade auch auf den von CEO Lutz basierenden betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen im Umkehrschluss als Bauer nicht schleunigst über eine technische Abrüstung auf unseren Höfen nachdenken, mehr Bauernkapital in unsere Lagerkapazitäten investieren, um sodann selbst zu vermarkten?

    Ihre bislang wertvollen Mittlerdienste, hochverehrter Herr Honorar-Prof. Lutz, stehen sodann alleinig dem Rest der Welt zur Verfügung? Vorbei die Zeiten, wo der deutsche Bauer, ausgestattet mit Schlepper und Fuhrwerk, die Erzeugnisse in Ihre Gossen kippte?

    Ein vielleicht doch recht vager Blick durch eine extrem visionäre, rosarote globale Manager-Brille?- Ihre künftigen VERMIETER warten sicherlich schon darauf, Sie zum Nulltarif beglücken zu dürfen, damit Sie höchst effizient die noch verbliebenen Schatzkammern der BayWa mit Golddukaten befüllen können?

    Wird das zukünftige Dienstleistungsportfolio der BayWa auf Makler- und Analystendienste im stylischen Officeoutfit begrenzt; dort wo ein solches schmutzig werden könnte, die Feinstaubbelastung entsprechend hoch ist, überlässt man bereitwillig anderen das Feld? - Und das bei noch höheren Gewinnmargen des BayWa-Konzerns!?

    Ein österreichischer Landmann formulierte hierzu passend:

    "Erprobte Konkurrenzkämpfer machen sich die Hände nicht mehr schmutzig, sie verwenden ihre Ellenbogen."

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