Beteiligung

Evonik setzt auf Geschlechterbestimmung im Ei


In Ovo Gründer Wouter Bruins (links) und Wil Stutterheim (rechts)
Foto: Evonik
In Ovo Gründer Wouter Bruins (links) und Wil Stutterheim (rechts)

Der Essener Konzern hat sich beim niederländischen Biotechnologie Start-up In Ovo eingekauft. Das junge Unternehmen aus Leiden hat eine Methode zur Geschlechterbestimmung im Ei entwickelt.

Evonik will mit diesem Schritt seinen Bereich Animal Nutrition stärken. „In Ovo hat sich eines der größten ethischen Probleme der modernen Geflügelzucht angenommen”, sagt Bernhard Mohr, Leiter Venture Capital bei Evonik. „Diese Investition stärkt die Position von Evonik als Partner der Wahl in der Landwirtschaft, weil wir eine ethisch unbedenkliche Lebensmittelproduktion unterstützen können.”

Allein in Deutschland werden pro Jahr nach Schätzungen 40 Mio. männliche Küken aus Legehennen-Brutbetrieben an ihrem ersten Lebenstag getötet. Weltweit wird diese Zahl auf 3,2 Mrd. geschätzt, so Evonik. In Ovo habe eine besonders schnelle und verlässliche Methode zur Geschlechtsbestimmung im Ei entwickelt, die sich problemlos in den Arbeitsablauf großer Brutbetriebe integrieren lasse. Die Technologie ermögliche die Verarbeitung einer großen Anzahl zu untersuchender Eier, so Evonik. 


Die genaue Höhe der Minderheitsbeteiligung gab Evonik nicht bekannt. Die Investition ist Teil einer Finanzierung, an der außer Evonik der in Singapur ansässige Risikokapitalfond VisVires New Protein maßgeblich beteiligt ist. Hinzu kommt eine Beteiligung der Universität Leiden. Damit liege der Gesamtumfang der Finanzierungsrunde bei mehreren Mio. €, teilte der Essener Konzern mit.


In Ovo will das investierte Kapital für die Weiterentwicklung der Technologie einsetzen, bis diese kommerziell in Brutbetrieben eingesetzt werden kann. In den kommenden Monaten planen die Gründer eine Zusammenarbeit mit deutschen und niederländischen Partnern zur Entwicklung eines Prototyps, der große Mengen Eier rasch und verlässlich analysieren und sortieren kann. Das erste kommerzielle Produkt soll voraussichtlich im Jahr 2020 auf den Markt gebracht werden.

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