Bilanz 2017

Bayerische Genossenschaften erzielen Bestmarken


Umsatz und Ertrag stimmen bei den bayerischen Genossenschaften. Dazu trug vor allem die bessere Lage in der Milchwirtschaft bei. Das sieht der Verband für dieses Jahr anders.

Die 1.067 Mitgliedsunternehmen des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) konnten im vergangenen Jahr mit einem Umsatzsprung und guten Ergebnissen überzeugen. Der Gesamtumsatz lag 2017 bei rund  12,5 Mrd. €; eine Steigerung von 5,3 Prozent oder 6,27 Mio. €. Dieses Wachstum führte GVB-Präsident Dr. Jürgen Gros vor allem auf die deutlich verbesserte Marktlage der Milchwirtschaft zurück. So stiegen die Molkereiauszahlungspreise für Milch im Jahresmittel 2017 um 29 Prozent auf 37 Cent/kg, erklärte er bei einem Pressegespräch in München.

Zu viel Milch am Markt

„Diese gute Entwicklung wird sich aber im laufenden Jahr nicht fortsetzen“, gab er zu bedenken. EU-weit sei sehr viel Milch auf dem Markt, so die Begründung. Aber gerade in schwierigen Jahren habe sich das genossenschaftliche Prinzip bewährt. Erst kürzlich habe die Krise der Berliner Einfuhr-Gesellschaft (BMG) gezeigt, wie schwierig und risikoreich „moderne Lieferbeziehungen“ seien.

Den Versuch der Politik, staatlicherseits in die genossenschaftlichen Milch-Lieferbeziehungen einzugreifen, kritisierte Gros scharf. „Genossenschaften schützen ihre Mitglieder vor den Folgen unberechenbarer Marktentwicklungen“. Zudem sei es den Landwirten möglich, die Lieferbedingungen nach demokratischen Spielregeln eigenständig zu gestalten, sagte der Verbandspräsident.  Der Strukturwandel setze sich nicht nur bei den Molkereien sondern auch bei den ländlichen Genossenschaften fort. Mit dem Wegfall des Bundesbranntweinmonopols ging auch die Geschäftsgrundlage der Brennereigenossenschaften verloren.
Aber auch bei den ländlichen Genossenschaften beziehungsweise beim Raiffeisen-Warengeschäft gebe es weiterhin unerlässliche Marktanpassungen. Insgesamt schieden im vergangenen Jahr 12 Genossenschaften aus dem GVB aus. Aber, so versicherte Gros, es gab keine einzige Insolvenz. 

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