Bilanz 2017

RWZ schrumpft sich gesund


Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes und Finanzvorstand Joachim Rabe (v.l.n.r.) präsentieren in Köln die neuesten Zahlen.
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Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes und Finanzvorstand Joachim Rabe (v.l.n.r.) präsentieren in Köln die neuesten Zahlen.

Die Kölner Hauptgenossenschaft schreibt 2017 wieder schwarze Zahlen. Für 2018 kündigt das Unternehmen Veränderungen in der Organisation an und will das Ergebnis vor Steuern steigern.

Die RWZ Rhein-Main eG (RWZ) kann nach Abschluss des Geschäftsjahres 2017 erste Erfolge im Gesundschrumpfungskurs vorweisen: Unter dem Strich weist die Genossenschaft mit Sitz in Köln einen Jahresüberschuss von 2,1 Mio. € aus, nachdem im Jahr 2016 noch ein Verlust von 4,5 Mio. € zu Buche geschlagen war. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern Ebit stieg leicht um 0,2 Mio. € auf 13 Mio. €, wie das Unternehmen am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Köln bekannt gab. Für das Jahr 2018 nimmt sich Finanzvorstand Joachim Rabe einen Konzernumsatz von 2 Mrd. € und ein Ebit von 15 Mio. € vor.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat  die unter dem Schlagwort „PRIO“ laufende Unternehmensstrategie somit erste Früchte getragen. Teil dessen war ein Verkauf der Mehrheitsanteile an den Futtermittelwerken in Neuss und Wiesbaden an die Agravis Raiffeisen AG, die auch den operativen Betrieb der Standorte übernommen hat.  Auch 14 Raiffeisen-Märkte hat die Agravis 2017 von der RWZ übernommen und dazu das Großhandelsgeschäft im Bereich Märkte. Zudem hat die RWZ das margenschwache Energiegeschäft bewusst zurückgefahren.

Umsatz schrumpft mit

Mit der Veräußerung und Verkleinerung von Geschäftsbereichen schrumpfte allerdings auch der Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 2,26 Mrd. € zurückging. Der konzernweit gehandelte Mengenabsatz blieb hingegen bei 6,9 Mio. t stabil.  

Vorstandschef Christoph Kempkes setzt künftig auf Kostensenkungen sowie auf "aktives Margen- und Qualitätsmanagement", wie er am Dienstag in Köln mitteilte. Gerade im Qualitätsmanagement steckt laut Kempkes "viel Rohertrag". Bewege man verderbliche Ware im Wert von 500 Mio. €, verliere man bei 1 Prozent Schwund 5 Mio. €, führte er auf Anfrage von agrarzeitung.de aus. Die "Qualitätsoffensive" an den Agrarstandorten steht folglich auf der To-Do-Liste für 2018.

Engagement bei Agrar eher klein

Im zum Kerngeschäft zählenden Agrarhandel habe man im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 immerhin „Geld verdient“, so Vorstandschef Christoph Kempkes. Jedoch wolle man dort das Engagement künftig eher klein halten, so Kempkes. Man habe mit politischen Einflüssen zu tun, die schwer zu kalkulieren seien, führte der Vorstandsvorsitzende aus. Als Beispiel nannte er den Handelsdisput zwischen den USA und China. Zudem seien die globalen Getreidemärkte fundamental betrachtet gut versorgt.

Bei Betriebsmitteln wurden 2017 Marktanteile und Erträge stabilisiert. In der Landtechnik baute die RWZ im angestammten Vertriebsgebiet die Marktanteile diverser Fabrikate aus dem Hause Agco auf ein „Rekordniveau“ aus und nimmt nun bei den Stückzahlen die „1.300 ins Visier“, so Kempkes weiter. Strategische Fantasien sieht Kempkes vor allem in Frankreich, aber auch im Inland.

Der Handel mit Kartoffeln ist aus Sicht der Kölner „zufriedenstellend“ verlaufen. Zur Jahresmitte habe die RWZ-Tochterunternehmung Weuthen den kompletten Neubau ihrer Lager- und Verarbeitungsanlagen am Standort Waldniel in Betrieb genommen.

Joint-Venture im Gartenbau geplatzt

Im laufenden Geschäftsjahr 2018 bleibt allerdings ein Posten auf der To-do-Liste der RWZ offen. So ist das Joint Venture mit der Genossenschaft Landgard im Profi-Gartenbaubedarf nicht zustande gekommen. Im Februar hatten die beiden Genossenschaften bekannt gegeben, dass sie die Marktbegebenheiten neu bewertet und ihren Antrag für einen Zusammenschluss beim Bundeskartellamt zurückgezogen haben. Ursprünglich wollten RWZ und Landgard ihre Gartenbausparten in einem bundesweit aktiven Joint-Venture bündeln, um sich im stagnierenden und unter hohem Konsolidierungsdruck stehenden Markt für Profi-Gartenbau in Deutschland zu behaupten. "Das war ein kleiner Rückschlag, wird uns aber nicht aus der Bahn werfen", sagte Kempkes dazu. Im Bereich Profi-Gartenbau müsse man nun "aus eigener Kraft weiterschauen".

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