Nach ersten Schätzungen liegt der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft 2017 bei 56,8 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 6,7 Prozent, meldet das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BLZ). Die Produktionswerte der tierischen und pflanzlichen Erzeugung sind mit 27,3 sowie 26 Milliarden Euro ähnlich hoch.

Die tierische Erzeugung wird 2017 einen geschätzten Gesamtwert von knapp 27,3 Milliarden Euro erreichen. Das sind knapp 3,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Davon entfiel auf die Tierproduktion ein Anteil von 14,6 Milliarden Euro (+ 6 Prozent).

Bei einem fast unveränderten Schlachtvolumen stiegen die Schlachtviehpreise bei Rindern. Mit einem Durchschnittspreis für Rinder ohne Kälber von 3,325 Euro pro Tonne wurde das Vorjahresergebnis übertroffen; insgesamt belief sich der Erlös auf rund 4,5 Milliarden Euro. Auch bei Schweinen ist ein unverändertes Schlachtvolumen anzunehmen. Der Schlachtschweinepreis konnte gegenüber 2016 auf 1,661 Euro pro Tonne zulegen. Der Erzeugererlös wuchs somit auf 7,3 Milliarden Euro an.

Der Bereich Geflügel wird bei einem nahezu konstanten Schlachtvolumen bei schwächeren Preisen mit einem Gesamterlös von rund zwei Milliarden Euro gerechnet. Die Produktion von tierischen Erzeugnissen (Milch, Eier) erreichte 2017 einen Wert von 12,7 Milliarden Euro (+25 Prozent), während die erzeugte Menge im Vergleich zum Vorjahr fast konstant blieb. Der Grund für den Anstieg liegt in den höheren Erzeugerpreisen.

Von Januar bis September 2017 haben die deutschen Molkereien insgesamt 1,5 Prozent weniger Milch erfasst als 2016. Die Milcherzeugerpreise in Deutschland lagen bei 35 Cent pro Kilogramm Milch. Somit ist die Milcherzeugung mit knapp 11,3 Milliarden Euro die größte Position bei den tierischen Erzeugnissen.

Das Jahr 2017 startete mit einem Eierpreis auf stabilem Niveau, um dann jahrestypisch zunächst zu Ostern anzusteigen und im Sommer nachzugeben. Von August an aber zogen die Eierpreise ungewöhnlich stark an. Die Ursache dafür liegt in dem sehr knappen Angebot durch gesperrte und gekeulte Bestände im Zuge der Fipronil-Beimischung in Reinigungsmitteln.

Wert der pflanzlichen Erzeugung leicht gewachsen

Für die pflanzliche Erzeugung wird ein Erlös von rund 26 Milliarden Euro erwartet. Dies ist ein Plus von etwa 284 Millionen Euro gegenüber 2016 (+1,2 Prozent). Die für das Jahr 2017 ermittelte Getreideernte beträgt 45,6 Millionen Tonnen und ist mit der Vorjahresernte vergleichbar. Der durchschnittliche Verkaufserlös liegt für die erste Schätzung bei 147 Euro pro Tonne und damit nahe am Vorjahreswert.

Die Kartoffelernte von 11,3 Millionen Tonnen bringt den Erzeugern nach der ersten Schätzung einen Erlös von 2,1 Milliarden Euro und liegt damit knapp auf Höhe des Vorjahresniveaus. Stark negativen Einfluss auf den Durchschnittspreis 2017 kann der Speisekartoffelpreis ausüben, der zu Beginn des vierten Quartals deutlich einbrach. 

Es wurden die Mengenangaben aus den verschiedenen Erhebungen von Januar bis August oder September 2017 berücksichtigt. Bei den Preisen lagen teilweise Daten bis Mitte November 2017 vor. Die fehlenden Werte wurden basierend auf den Vorjahresdaten geschätzt.
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