Der Münchner Konzern schließt die vergangene Geschäftssaison 2017 erfolgreich ab. Dazu trug der Verkauf der Baywa-Zentrale in München wesentlich bei.

Die Baywa AG wartet in ihrer Bilanz 2017 mit einem deutlichen Umsatzplus auf und erreicht 16,1 (Vj. 15,4) Mrd. €. Auch das operative Ergebnis ist auf 171,3 (144,7) Mio. € gestiegen. Dazu hat aber vor allem der Verkauf einer Immobilie in München als Sondereffekt beigetragen. Das Agrargeschäft konnte sich „erheblich verbessern“. Hier kommen die Investitionsbereitschaft der Landwirte in Technik sowie Restrukturierungen zum Tragen. Auch die Entwicklung bei regenerativen Energien erfreut Konzernleitung wie Aktionäre, denen eine Erhöhung der Dividende um 5 Cent auf 0,90 € pro Aktie in Aussicht gestellt wird. 

Lutz hält an Agrarsparte fest

„Ich habe die Absicht, die nächsten viereinhalb Jahre noch die Geschicke der Baywa zu lenken“, sagte Klaus Josef Lutz anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in München. Dies, so versicherte er, sei auch von den Aufsichtsgremien so gewünscht. Auch werde man sich nicht von der Agrarsparte trennen. Daran ändere auch die anhaltende Standortkonsolidierung nichts. „Die deutsche Landwirtschaft ist die DNA der Baywa.“ Wer dies bezweifelt, habe keine Ahnung von dem Unternehmen, so Lutz.
Er setzt im Agrarhandel auf Spezialitätenprodukte statt auf Volumengeschäft. Auch im Biobereich will sich die Baywa stärker engagieren. Denn in Deutschland rechnet Lutz mit einem fortschreitenden Konsolidierungsprozess, der die Margen weiter unter Druck setzt. 

Aktien-Ausschüttung kostet etwa 31 Mio. €

Auf die Frage, warum die Baywa in Zeiten, wo sie selbst Geld benötigt, eine so hohe Dividende von 0,90 € pro Aktie ausschüttet, meinte der Vorstandsvorsitzende, es gehe darum, die Aktionäre zufriedenzustellen. Die vorgesehene Ausschüttung beträgt etwa 31 Mio. €. „Wir können dies rechtfertigen“. Immerhin gehöre die Baywa zu den 50 wertvollsten Unternehmen Deutschlands, mit einem theoretischen Wert von 1,6 Mrd. €. Den Sondereffekt in der Bilanz 2017 durch den Verkauf der Baywa-Zentrale in München, bezifferte er mit 20 Mio.€. Noch immer betrage der Buchwert der verbleibenden Baywa-Immobilien 800 bis 900 Mio. € ergänzte Finanzvorstand Andreas Helber.


Nüssel bleibt im Aufsichtsrat
Manfred Nüssel (70) bleibt voraussichtlich weitere zwei Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrates der Baywa AG. Wie die agrarzeitung (az) aus dem Umfeld von Baywa-Chef Klaus Josef Lutz erfuhr, werde der Hauptversammlung am 5. Juni Nüssels Wiederwahl für weitere zwei Jahre vorgeschlagen. An einer Zustimmung der Hauptversammlung gebe es keine Zweifel, heißt es in der Baywa. Bereits 1983 bekam Nüssel einen Posten im Aufsichtsrat der Baywa AG und ist dort seit Juli 2000 dessen Vorsitzender.
Vorgesehen für dieses Amt war zunächst Wolfgang Altmüller (51), Vorstandsvorsitzender der „VR meine Raiffeisenbank eG“ Altötting-Mühldorf sowie ehrenamtlicher Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB), Vorsitzender des Verbandsrates und Präsidiumsmitglied im Deutschen Raiffeisenverband (DRV). Altmüller ist bereits seit 2014 Mitglied des Baywa-Aufsichtsrates.

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