Der Bell Hauptsitz in Basel
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Der Bell Hauptsitz in Basel

Die Bell Food Group ist im Jahr 2018 trotz geschrumpftem Jahresgewinn stark gewachsen. Der Geschäftsbereich Convenience erreichte erstmals ein Viertel des Gesamtumsatzes.

Die Bell Food Group steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 um 15,4 Prozent auf CHF 4,1 Mrd. (3,6 Mrd. Euro). Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor. Das Absatzvolumen stieg um 19,6 Prozent auf 542,9 Mio. kg (+89,1 Mio. kg). Das Wachstum erfolgte insbesondere im Geschäftsbereich Convenience. Allerdings drückten ein schwaches erstes Halbjahr, höhere Abschreibungen sowie Fremdwährungseinflüsse auf den Jahresgewinn. Dieser liegt mit CHF 89,3 Mio. (78,45 Mio. Euro) um 16,1 Prozent unter der Bilanz des Vorjahrs. Bereinigt um Fremdwährungseinflüsse sank der Gewinn noch um 2,8 Prozent.

Stark mit Convenience

Mit den Akquisitionen von Hügli und Sylvain & CO sowie durch operative Fortschritte stärkte die Bell Food Group ihre Position im Geschäftsbereich Convenience. Dem Unternehmen zufolge trägt dieser nun bereits rund ein Viertel zum Konzernumsatz bei. Die Marke Hilcona blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und legte in allen Märkten sowohl im Retail als auch im Foodservice zu. Im Kerngeschäft mit Fleisch, Geflügel, Seafood und Charcuterie verzeichnete die Bell Food Group ebenfalls ein organisches Wachstum. Der Bruttoerfolg aus Betriebstätigkeit liegt mit CHF 1,6 Mrd. (1,41 Mrd. Euro) um CHF 256,6 Mio. (225,43 Mio. Euro) über dem Vorjahresniveau. Die Bruttogewinnmarge steigerte das Unternehmen um 1,5 Prozentpunkte auf 38,6 Prozent.
Das Wachstum ist Folge eines höheren Anteils wertschöpfungsreicher Convenience-Produkte sowie Währungs- und Akquisitionseffekte.

Zugewinne in Deutschland

In Deutschland entwickelte sich der Markt für Fleischwaren leicht rückläufig. In diesem Umfeld verzeichnete Bell Deutschland (Abraham, Hoppe, Zimbo) einen höheren Umsatz und hat somit Marktanteile gewonnen. Die organisatorisch zur Division Bell Deutschland gehörende Ländergesellschaft in Spanien entwickelte sich ebenfalls erfreulich.

Die Division Bell International konnte ihren Umsatz und das Absatzvolumen im Geschäftsjahr 2018 erneut steigern. Zum Wachstum trugen alle Geschäftseinheiten bei. Aufgrund von höheren Personalkosten und steigenden Futtermittelpreisen entwickelte sich das Geflügelgeschäft in Österreich und Deutschland hingegen nicht wie geplant. Die Absätze mit Bio-Geflügel in Deutschland blieben genauso hinter den Erwartungen zurück. Bell teilt weiter mit, dass die eingeleiteten Gegenmaßnahmen dabei halfen, den Rückgang im zweiten Halbjahr teilweise zu stoppen. Insbesondere die angestrebten Preiserhöhungen realisierte das Unternehmen aber erst ab November 2018.

Im Heimatland der Bell Food Group entwickelte sich der Markt für Fleisch und Wurstwaren im Berichtsjahr stabil. In der Schweiz stiegen dem Unternehmen zufolge Umsatz sowie Absatz und in der Folge auch der Marktanteil. Während der Retailmarkt unter Druck bleibt, entwickelten sich die Absätze im Bereich Foodservice positiv. Dem Rückstand aus dem ersten Halbjahr steuerte Bell umgehend gegen. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft machte die Fortschritte aber teilweise gleich wieder zunichte.
Ausblick 2019
Die Integration von Hügli und Sylvain & CO wird 2019 abgeschlossen. Gleichzeitig baut die Bell Food Group das strategische Wachstum im Convenience-Bereich mit dem neuen Convenience-Betrieb im österreichischen Marchtrenk aus. Darüber hinaus werden die im Berichtsjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung 2019 ganzjährig ihre Wirkung entfalten.

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