Dem brasilianischen Konzern BRF Brasil setzen Zweifel an der Produktsicherheit zu. Der zu den größten Akteuren am globalen Lebensmittelmarkt gehörende Konzern lässt vor allem in Europa und Asien Federn.

Zwar konnte BRF sein Absatzvolumen laut eigenen Zahlen 2017 um insgesamt 4,9 Prozent auf 4,9 Mio. t erhöhen. Das verdankte der Konzern aber vor allem den guten Geschäften in Brasilien und den südamerikanischen Nachbarländern, wo insgesamt 2,3 Mio. t verkauft wurden. Auf den Märkten in Europa und Asien verringerte sich die Absatzmenge dagegen um 8,4 Prozent auf 362.000 t beziehungsweise 5,1 Prozent auf 686.000 t. 

Der Konzern leidet unter Importbeschränkungen auf dem internationalen Markt. Ursache sind der im Frühling 2017 aufgedeckte Lebensmittelskandal um verdorbenes und gestrecktes Fleisch aus Brasilien sowie der Fund von Ractopamin-Rückständen in brasilianischem Fleisch durch russische Behörden. 

Preis- und wechselkursbedingt fiel der Gesamtumsatz von BRF 2017 mit umgerechnet 8,3 Mrd. € um 0,8 Prozent niedriger aus als 2016. Vor allem in Asien verzeichnete BRF einen heftigen Preiseffekt. Hier verringerte sich der Umsatz um 13,3 Prozent auf 1 Mrd. €. In Europa fielen die Erlöse mit umgerechnet 872 Mio. € um 7 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von BRF betrug 2017 gut 698 Mio. € und verfehlte das Vorjahresergebnis damit um 2,8 Prozent. 

Der südamerikanische Fleischkonzern profitierte zwar von niedrigen Futterpreisen am Markt. Gewinnschmälernd wirkten sich BRF zufolge aber Rückstellungen für mögliche Rechtstreitigkeiten um lebensmittelhygienische Fragen aus.

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