Ronald Lotgerink leitet seit 1. September 2018 die Geschicke des niederländisch-deutschen Unternehmens.
Bild: Vion
Ronald Lotgerink leitet seit 1. September 2018 die Geschicke des niederländisch-deutschen Unternehmens.

Der niederländisch-deutsche Fleischkonzern leidet unter gesunkenen Preisen. Das Fundament des Schlacht- und Zerlegeunternehmens ist stabil, der Abbau von Verbindlichkeiten kommt voran.

Vion erlöste 2018 einen Gesamtumsatz von 4,67 Mrd. Euro. Zum Vergleichszeitraum 2017 sind das knapp acht Prozent weniger, in Summe 400 Mio. Euro. Das teilte das Unternehmen in einer Presseerklärung mit. Vion führt das - wie auch seine Wettbewerber - auf niedrige Notierungen für Schlachtschweine und auf den Preisverfall für Rinderhäute zurück.

Im Zuge dieser Entwicklung reduzierte sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 64 Mio. Euro im Jahr 2017 auf zuletzt 60,5 Mio. Euro. Der Nettogewinn sank von 11,6 Mio. Euro auf 10,2 Mio. Euro, was der internationale Fleischkonzern auf höhere Abschreibungskosten aus Investitionen in den vergangenen Jahren sowie geringere Steuervorteile zurückführt. Allerdings macht Vion deutliche Fortschritte beim Abbau von Verbindlichkeiten, die um 14,9 Mio. Euro sanken. Das Investitionsvolumen hält der Konzern weiter hoch. Im Berichtsjahr flossen 61,2 Mio. Euro in die Standorte Leeuwarden und Waldkraiburg. Ziel ist es, die Maßnahmen für Tierwohl auszubauen bei gleichzeitiger Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Produktionsstätten.

Weniger Schweine am Haken

2018 brachte Vion konzernweit an seinen neun Schlachthöfen insgesamt 15,5 Mio. Schweine an die Haken. Das sind 200.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Schlachtungen von Rindern blieben dagegen mit einer Gesamtzahl von 912.000 konstant.
Das Unternehmen, das sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland beheimatet ist, will eine höhere Wertschöpfung erreichen. Deshalb steht für CEO Ronald Lotgerink an erster Stelle die Marge, wie er der „Lebensmittel Zeitung“ (dfv Mediengruppe) sagte, und weniger eine Steigerung der Schlachtzahlen. 2019 will Vion am Stammsitz in Boxtel 35 Mio. Euro investieren. Ziel der Maßnahmen ist es, Lieferketten zu verkürzen und Arbeitsprozesse zu optimieren. Lotgerinks Prognose für das laufende Jahr fällt verhalten aus. Afrikanische Schweinepest, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit sowie Handelskonflikte wirkten sich auf die Geschäftsentwicklung aus.

Blockchain für die Kundenbindung

Um dem gegenzusteuern startete der Konzernchef das Projekt Building Balanced Chains (BBC). Lotgerink dazu im Gespräch mit der Lebensmittel Zeitung: „In jeder Stufe der Lieferkette  soll mit Hilfe von Blockchain nachweisbar sein, dass gewisse Tierwohl- und Qualitätsstandards eingehalten werden. Der Kunde kann dann den QR-Code fotografieren und bekommt die entsprechenden Informationen.“ Jedem Kunden wird eine auf ihn zugeschnittene, geschlossene Lieferkette mit vertraglich gebundenen Lieferanten angeboten. Das soll für Vertrauen sorgen und den Lieferanten möglichst garantierte Mengen und Preise zusichern. „Es gilt, den Turnaround von einem angebotsgetriebenen zu einem nachfragegetriebenen Geschäftsmodell zu schaffen“, sagte Lotgerink.

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