Förderkredite

Rentenbank spürt Investitionsflaute


Die Rentenbank in Frankfurt wird um vier Stockwerke aufgestockt.
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Die Rentenbank in Frankfurt wird um vier Stockwerke aufgestockt.

Das Interesse an Programmkrediten für Erneuerbare Energien von der Rentenbank hat 2018 nachgelassen. Vor allem bei der Windkraft ist die Luft raus. Wegen der Dürre 2018 stieg die Nachfrage nach Liquiditätskrediten.

Das Förderneugeschäft mit Programmkrediten der Rentenbank lag 2018 mit rund 6,7 Mrd. € um 1 Mrd. € unter Vorjahr. Vor allem die Nachfrage nach Windkraftfinanzierungen ist in Deutschland abgeflaut. Das bekommt die Rentenbank direkt zu spüren. Das Neugeschäft in der Sparte Erneuerbare Energien sank im Jahr 2018 um 74 Prozent auf 446,5 Mio. €, teilte heute in Frankfurt Sprecher-Vorstand Dr. Horst Reinhardt mit. Die Einspeisevergütung sei wegen der Änderung im Erneuerbaren  Energien Gesetz (EEG) 2017 gesunken und damit auch die Attraktivität in Windräder zu investieren. Dafür stieg die Nachfrage nach Krediten, um Biogasanlagen auf eine flexible Stromerzeugung umzurüsten. Auch in der Fördersparte Landwirtschaft sitzt bei den Landwirten das Geld nicht mehr so lockern, um in Milchvieh- und Schweineställe zu investieren. Die Milchkrise wirke, so Reinhardt noch nach, hinzu kommen rechtliche Unsicherheiten und steigende Baukosten, die potenzielle Kunden abschrecken.

Die Dürre 2018 führte zu erheblichen Ernteverlusten in der Landwirtschaft. „Daher eröffneten wir bereits Ende Juni 2018 unser Programm Liquiditätssicherung für Betriebe, die Schäden durch Trockenheit oder Unwetter zu verzeichnen hatten“, erläuterte der Vorstand. Insgesamt vergab die Rentenbank 318 Liquiditätsdarlehen über knapp 31 Mio. €.

Auch im laufenden Geschäftsjahr 2019 startete die Nachfrage nach Programmkrediten schwach. Das Neugeschäft sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 10 Prozent auf 1,5 Mrd. €. Doch berichtete Reinhardt von positiven Signalen von Hausbanken. Dort konnte festgestellt werden, dass Betriebe wieder investieren wollen. Die Kredite der Förderbank werden über Banken und Sparkassen in Deutschland an Landwirte vergeben. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet der Rentenbank-Vorstand mit Programmkrediten „ungefähr“ auf Vorjahresniveau.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäfts nahm die Rentenbank 2018 mittel- und langfristige Mittel in Höhe von 11,3 (12,4) Mrd. € an den Kapitalmärkten auf. Die Bilanzsumme betrug Ende Dezember 2018 rund 90 Mrd. €.

Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sank der Zinsüberschuss im Geschäftsjahr 2018 auf 295 (305,6) Mio. €. Betriebe, die Förderkredite bei der Rentenbank aufnehmen, erhalten einmalig einen Zuschuss zur Entlastung der Negativverzinsung. Hohe Verwaltungskosten durch die gestiegenen Aufwendungen für Personal und Bankenaufsicht lasten auf der Förderbank. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung ging dadurch auf 207,1 Mio. Euro (223,8 Mio. Euro) zurück. Im Rahmen der Risikovorsorge wurde das Kapital der Bank durch Erhöhung offener und stiller Rücklagen weiter gestärkt. Danach stieg der Jahresüberschuss auf 63 (61) Mio. € und es verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von 15,8 Mio. € (15,3 Mio. Euro), den die Rentenbank vollständig für Förderzwecke einsetzt.

Geteilter Ausblick

In seinem Ausblick ist Reinhardt wenig optimistisch. Internationale Handelskonflikte, eine deutliche Abkühlung in China, der Brexit und schlummernde Risiken in den Staatshaushalten südeuropäischer Länder und Banken erhöhen, so Reinhardt die Unsicherheit. Eine Zinswende sei nicht in Sicht. Deshalb erreichte der Zinsüberschuss der Rentenbank im 1. Quartal 2019 nicht den Vorjahreswert. Hinzu kommen weiter steigende Verwaltungsaufwendungen. Umso erfreulicher sei es, dass ab Sommer die Rentenbank nicht mehr unter der Aufsicht der die Europäischen Zentralbank stehe, sondern die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Deutsche Bundesbank diese Aufgabe wieder übernehmen würden. Damit könnten die Belange der Förderbank wieder mehr auf Verständnis stoßen, heißt es beim Vorstand. Für 2019 rechnet Reinhardt erneut mit einem rückläufigen Betriebsergebnis. Den Jahresüberschuss wird die Rentenbank voraussichtlich weiter erhöhen.

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