Biodiesel-Markt

ADM stoppt zeitweise Produktion


Der US-Konzern zieht Berichten zufolge eine Konsequenz aus der schmerzhaften Konkurrenz durch argentinischen Biodiesel am EU-Markt. Die Produktion an einem deutschen Standort soll zeitweise ausgesetzt werden.

Der US-Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) plant, seine Produktion im Biodiesel-Werk in Mainz zeitweise auszusetzen. Das berichtet jetzt der Energie-Informationsdienstleister Argus Media Group. Der Produktionsstopp solle bis Ende des zweiten Jahresquartals anhalten, seine Effekte im dritten Quartal bewertet werden, teilte ADM demnach mit. Der Standort Mainz habe Kapazitäten zur Produktion von 275.000 t Biodiesel im Jahr.

ADM begründet den Schritt mit Biodiesel aus Argentinien, der seit Fall der EU-Schutzzölle im September 2017 in großen Mengen auf den europäischen Markt geströmt ist. Marktteilnehmer und Nachrichtenagenturen beziffern die Importmenge von September 2017 bis Januar dieses Jahres auf rund 850.000 t. Der Biodiesel aus Argentinien ist deutlich günstiger als europäische Ware und belastet daher den europäischen Markt stark. Da die Importe weiter in die EU flössen und die Margen anhaltend schwach seien, habe ADM die „schwierige Entscheidung getroffen, die Produktion in der Region zurückzufahren“, zitiert Argus Media den Konzern.

Die deutsche Biokraftstoff- und Ölsaatenwirtschaft ist alarmiert durch die Billigkonkurrenz, die argentinischer Biodiesel aus Sojaöl heimischer, rapsbasierter Ware bereitet. Hinzu kommt, dass auch für indonesischen Biodiesel aus Palmöl die Schutzzölle wegfallen. Die Branche rechnet mit 3 bis 5 Mio. t Biodiesel aus beiden Herkünften, die in diesem Jahr ihren Weg auf den EU-Markt finden könnten. Vertreter der Biodieselwirtschaft sehen eine Welle der Konsolidierung auf den Sektor zukommen.

Düstere Prognosen für den Rapspreis

Auch der Rapspreis dürfte unter der Krise am Biodiesel-Sektor leiden. Marktbeobachter sehen die Kurse an der Matif zur neuen Ernte unter dem heutigen Niveau von höchstens 350 €/t. Für Landwirte schwindet der Anreiz, Raps anzubauen. Denn trotz zuletzt schwacher Ernten sind die Preise im Keller.

Die EU-Biodieselwirtschaft hat ein Anti-Subventionsverfahren gegen Argentinien angestrengt, da die dortige Regierung den Export von Sojabohnen hoch besteuert, während für Biodiesel vergleichsweise niedrige Ausfuhrabgaben anfallen. Dadurch verschaffe die argentinische Regierung ihrer Biodieselwirtschaft einen unfairen Wettbewerbsvorteil, so die EU-Biokraftstoffproduzenten.

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