Bioethanol

Cropenergies durchlebt große Preisschwankungen


Der Vorstand der Cropenergies AG: Finanzchef Dr. Stephan Meeder, CEO Joachim Lutz und Michael Friedmann, als CSO für Beschaffung, Vertrieb und Logistik verantwortlich (v.l.n.r.)
Cropenergies
Der Vorstand der Cropenergies AG: Finanzchef Dr. Stephan Meeder, CEO Joachim Lutz und Michael Friedmann, als CSO für Beschaffung, Vertrieb und Logistik verantwortlich (v.l.n.r.)

Der Bioethanolhersteller aus Mannheim muss Abstriche bei Umsatz und Gewinn machen. Die Preiskurve bei Bioethanol war eine Berg- und Talfahrt. Seit Jahresbeginn geht es aber wieder aufwärts.

Kein leichtes Geschäftsjahr 2018/19 liegt hinter Cropenergies. Sowohl die Produktion von Bioethanol als auch der Umsatz sind gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das operative Ergebnis in Höhe von 33 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2018/19 liegt deutlich unter dem Vorjahrsergebnis von 72 Mio. Euro, erläutert CFO Dr. Stephan Meder heute in Mannheim. Beim Ebitda ist Cropenergies  mit 72 Mio. Euro. ebenfalls unter dem Vorjahreswert geblieben, der 2017/18 noch 111 Mio. Euro betrug.

Lichtblick im 4. Quartal

CEO Joachim Lutz findet das Abschneiden in der Gesamtbetrachtung aber gar nicht so schlecht. Denn die Startbedingungen seien schwer gewesen. Neun Monate lang waren die Ethanolpreise sehr niedrig, dann stiegen wegen der Dürre die Getreidepreise. Getreide ist der wichtigste Rohstoff für Cropenergies Bioethanolproduktion. Seit Dezember 2018 geht es wieder aufwärts. Die Ethanolpreise sind auf 600 €/m3 gestiegen. „Das starke vierte Quartal gibt uns Schwung für das neue Geschäftsjahr 2019/20“, sagt Meder. Schon kleine Importmengen könnten das sensible Preisgefüge von Ethanol in der EU durcheinanderbringen, erklärt Vorstandsmitglied Michael Friedmann die starken Preisausschläge.

Umsatz gesunken

Der Umsatz der Südzucker-Tochtergesellschaft ist 2018/19 auf 779 (882) Mio. Euro gesunken. CEO Lutz führt dies auf einen Produktionsrückgang und die höheren Rohstoffpreise zurück. Weil die Ethanolproduktion nicht mehr wirtschaftlich und es sinnvoller war, Ethanol einzukaufen, wurde die Anlage im britischen Wilton, Ensus, von Dezember 2018 bis März 2019 geschlossen.

Gegen die höhere Getreidepreise hatte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben vor der Ernte 2018 gut an der Börse abgesichert. So wären die hohen Preise wegen der geringeren Ernte nicht so krass durchgeschlagen. Auch seien bei den Nebenprodukten der Ethanolherstellung höhere Erlöse erzielt worden. Dennoch ist der Rohertrag rückläufig. Den Dividendenvorschlag zur Hauptversammlung am 16. Juli von 0,15 €/Aktie hält Meder für angemesen. 

Lutz hofft auf strengere Klimaziele

Die anhaltenden Diskussionen in Deutschland zum Klimaschutz findet Lutz bereichernd. „Es kommt Bewegung ins Spiel“, sagte Lutz. Konkret geht es um die Erneuerbare-Energien-Richtlinie in der EU, die ab 2020 um zehn Jahre auf 2030 verlängert wurde. Darin festgehalten ist ein höheres Treibhausgasminderungsziel von bisher 4 auf 6 Prozent. Dies kommt dem Absatz von Bioethanol für Kraftstoffe zugute, sagte Lutz. Er ging auch auf die Ankündigung von VW in dieser Woche ein, in Elektromotoren zu investieren. Das Konzept ist nicht ausgereift. Elektroautos brauchen Zeit um beladen zu werden und in den Städten gibt es zu wenig Tankstellen. Auch die Reichweite sei noch nicht ausgereift. 2030 wird die Elektromobilität eine größere Rolle als heute spielen, kündigt Lutz an. Bis dahin werden Biokraftstoffe benötigt. Leider ziehe sich der Normungsprozess für E 20 noch Jahre hin.

Weiter hohe Volatilität erwartet

 In seinem  Ausblick ist Lutz für 2019/20 verhalten. Erst ab 2021 dürfte wegen der höheren Treibhausminderungspflicht von 6 Prozent in der EU der Absatz von Bioethanol steigen. Meder erwartet auch einen leichten Anstieg der Ethanolpreise 2019/20, aber es wird eine große Volatilität bleiben. Auch die Getreidepreise dürften im Durchschnitt für Cropenergies höher ausfallen, weil die Preisrückgänge seit März erst zeitverspätet durchschlagen. Der Umsatz 2019/20 dürfte in einer Bandbreite von 800 bis 900 Mio. € liegen. Das operatives Ergebnis peilt Lutz zwischen 20 bis 70 Mio. € ein.

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