Biokraftstoffe

Absatz und Produktion von Bioethanol sinkt

Trotz eines höheren Benzinverbrauchs ist 2017 der Absatz von Bioethanol in Benzin leicht zurückgegangen. Der Branchenverband BDBe gibt der Politik dafür die Schuld.

Der Rückgang von Bioethanol im Benzin im Jahr 2017 ist um knapp 2 Prozent auf 1,15 Mio. t gesunken. Die deutsche Bioethanolproduktion erreichte nur 0,67 Mio. t, was einem deutlichen Rückgang um 8,8 Prozent entspricht. Grund dafür sei der stagnierende Absatz von Super E10, teilt der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit.

Der Marktanteil von Super E10 lag mit 12,4 Prozent (2016: 12,6 Prozent) ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau. Super E5 erreichte mit knapp 15,4 Mio. t hingegen einen steigenden Marktanteil von 83,1 Prozent.

"Der BDBe fordert, die erst ab 2020 geltende Pflicht zur Senkung der CO2-Emissionen um 6 Prozent auf das Jahr 2019 vorzuziehen", erklärte Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe, und führte weiter aus: "Die Kraftstoffunternehmen haben bislang keinen Anreiz, die für deutsches Bioethanol amtlich festgestellte hohe CO2-Minderung von 75 Prozent gegenüber fossilem Benzin mit aktivem Marketing für Super E10 auszuschöpfen. Der Preisvorteil von Super E10 ist mit nur 2 Cent/l gegenüber Super E5 zu gering." Das Beispiel Frankreich zeige, was möglich ist: Dort habe Super E10 wegen des Preisvorteils von 4,5 Cent/l gegenüber Super E5 im Jahr 2017 einen Marktanteil von 38,8 Prozent erreicht.

In Deutschland wurden 2017 mehr als 522.000 t Bioethanol (-2,2 Proztent) aus heimischem Futtergetreide hergestellt. 141.401 t und damit 26 Prozent weniger als im Jahr 2016 stammten aus Industrierüben. Aus Reststoffen und Abfällen, zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie, wurde mit etwa 9.000 t 28 Prozent weniger Bioethanol gewonnen als 2016 (12.310 t). Zusätzlich zu Bioethanol lieferten die übrigen pflanzlichen Bestandteile der Rohstoffe wie Proteine, Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine hochwertige Co-Produkte: Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Industrierüben und weitere Erzeugnisse für die Lebens- und Futtermittelindustrie wie beispielsweise Hefe für Backwaren, Gluten für Aquakultur oder biogene Kohlensäure für Getränke.

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